Pfettendach - Konstruktion

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Das Tragsystem des Pfettendachs erlaubt durch die vertikale Stützung der Sparren größere Spannweiten als das Sparrendach. Darüberhinaus sind - aufgrund der günstigeren Ausnutzung der Querschnitte - Verformungen und Durchbiegungen geringer. Die Unterstützung der Pfetten mit Hilfe von Stützen kann relativ "frei" - entsprechend der Nutzung im Dachraum - erfolgen, so dass ein Pfettendach nur geringe Einschränkungen im Dachgeschossausbau zur Folge hat.

In bestimmten Bereichen des Pfettendaches wie im mittleren Feld sind Öffnungen in der Dachfläche unter bestimmten Bedingungen ohne zusätzlichen Wechsel möglich, dann nämlich, wenn die betroffenen Sparren am Fußpunkt und auf drei Pfetten gelagert sind.
Öffnungen in der darunterliegenden Decke sind beim Pfettendach leicht herzustellen, da hier kein kraftschlüssiger Verbund zwischen Sparren und Decke - wie beim Sparrendach - notwendig ist.

Bei Pfettendächern ergibt sich keine untere Begrenzung der Dachneigung. Wenn die Auflager der einzelnen Bauteile wie für horizontal liegende Balken ausgeführt werden, sind auch geringe Neigungen unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten möglich.
Um Horizontallasten wie z.B. Wind nicht über die gesamte Dachkonstruktion in die Auflager leiten zu müssen, sollten die Sparrenanschlüsse am Fußpunkt in beide Richtungen quer zum Dach gehalten sein. Mindestens ein Auflager ist als horizontal unverschiebliches Auflager auszubilden. Für das System ist allgemein die direkte Lastübertragung Voraussetzung für eine lange Lebensdauer.

Dachüberstände sind beim Pfettendach problemlos ohne zusätzliche Konstruktionen möglich. Die Auflager müssen dabei nur für die zusätzlichen Windlasten entsprechend ausgelegt werden.

Bildnachweis: Frick/Knöll/Neumann/Weinbrenner: Baukonstruktionslehre 2, Stuttgart 2003