Erneuerung der Elektroinstallation in der Altbaumodernisierung

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Bei nahezu allen Altbauten ist die Elektroinstallation unzureichend, und entspricht nicht den heutigen Anforderungen.

Zunächst gilt zwar auch hier ein gewisser Bestandsschutz. Grundsätzlich ist aber immer zu überlegen, ob nicht im Rahmen einer Modernisierung die erforderliche Erneuerung der Elektroinstallation mit durchgeführt wird. Hierdurch lassen sich zum einen Installationen an all den Stellen vorsehen, die bisher unterversorgt waren, zum anderen kann die Elektroinstallation auf das heute gültige Sicherheitsniveau gebracht werden.
Grundsätzlich ist zu bedenken, dass

  • vorhandene Steigleitungen als Brandlast häufig im Treppenhaus liegen,
  • Zählerplätze jeweils auf den Etagen angeordnet sind, und nicht, wie wünschenswert, zentral im Kellergeschoss,
  • Sicherungskästen jeweils auf den Etagen angeordnet sind, und nicht in der Wohnung,
  • entsprechende Absicherungen für Einzelgeräte in den Wohnungen nicht vorhanden sind.
Bei der Neuinstallation ist sorgfältig zu planen, wie die Elektroinstallation durchgeführt wird, damit der Aufwand, z.B. für nachträgliches Herstellen von Wandschlitzen, so gering wie möglich gehalten wird. Dies ist vor allem dann von äußerster Wichtigkeit, wenn in bewohntem Zustand modernisiert wird.

An einem Beispiel soll dargestellt werden, wie eine neue Elektroinstallation in ein Gebäude der 20er Jahre integriert werden kann, so dass die vorgenannten Problempunkte beseitigt werden, und ohne dass es dabei zu unzumutbaren Belästigungen für die Mieter kommt.
Folgende Arbeitsschritte sind ausgeführt worden:
  • Neuverlegung der Steigleitungen, d.h. der Hauptzuleitungen im Bereich der Wohnungsflure
  • Abtrennung dieser neuen Steigestränge durch brandgeschützte Abmauerungen
  • Anordnung der Zählerkästen an einem zentralen Platz im Kellergeschoss
  • Anordnung der Unterverteilung innerhalb der Wohnung
  • Verlegung der neuen Elektroinstallation nur im Flurbereich unter Putz
  • Verlegung der Elektroinstallation innerhalb der einzelnen Zimmer durch kurze Stichleitungen direkt durch die Wand vom Flur aus
  • Verlegung von Steckdosen möglichst nur an ein oder zwei Raumwänden, die direkt an den Flur grenzen
  • Verlegung der Elektroleitungen selbst in einem Fußleistenkanal auf Putz
Bei diesem Beispiel wurde die Sanierung in bewohntem Zustand durchgeführt. Die aufwändigen Arbeiten beschränkten sich dabei auf den Wohnungsflur, während in den einzelnen Wohnräumen nur minimale Arbeiten ausgeführt werden mussten.