Energetische Bestandsanalyse

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Die energetische Bestandsanalyse betrifft die Hülle des Gebäudes mit Keller, Außenwänden, Dach, Fenster und Türen, sowie die Haustechnik mit Heizung und Warmwasserbereitung. Außerdem muss das Nutzungsverhalten analysiert und der Energieverbrauch festgestellt werden. Gebäude verschiedener Baualterstufen unterscheiden sich in ihrer Ausführung, prinzipiell ähneln sich jedoch die energetischen Schwachstellen, die untersucht werden sollten:

  • Ungedämmte Bodenplatte
  • Ungedämmte Hausfassade
  • Ungedämmte Kellerdecke
  • Ungedämmte Decke zum nicht ausgebauten Dachstuhl
  • Ungedämmtes Dach
  • Zahlreiche Wärmebrücken z.B. auskragende Balkonplatten aus Beton
  • Einfachverglasung
  • Ungedämmte Rollladenkästen
  • Veraltete Heizungsöfen bzw. Brenneranlagen
  • Ungedämmte Heizwasserleitungen
  • Veraltete Heizkörper (verkalkt, vielfach überstrichen)
  • Veraltete Warmwasserbereiter
  • Ungedämmte Warmwasserleitungen
Neben den Dämmeigenschaften der Gebäudehülle ist auch die Luftdichtigkeit ein entscheidendes Kriterium für die Höhe der Energieverluste. Die Luftdichtigkeit kann mit einem Blower-Door-Test genau ermittelt werden. Bei diesem wird künstlich ein Unterdruck bzw. Überdruck erzeugt und die Luftmenge gemessen, die innerhalb von einer Stunde aus dem Haus entweicht. Leckagen werden während des Testes deutlicher, da durch den Unterdruck die Luft massiv einströmt. Ein guter Wert ist bei Einfamilienhäuser das 1 bis 1,5 fache Luftvolumen des Innenraums pro Stunde.

Die häufigsten Undichtigkeiten sind:
  • Schadhafte Anschlüsse und Durchdringungen der Dampfbremse im Dachgeschoss
  • Unverputzte Kamine
  • Steckdosen und Schalter in der Außenwand (insbesondere in Wänden mit Hochlochziegeln)
  • Die Oberseite von Fensterbrüstungen aus Hochlochziegeln
  • Der Fensteranschluss an seitliche Leibungen
Das Nutzungsverhalten kann erheblich den Energieverbrauch beeinflussen, dabei sollten insbesondere das Lüftungsverhalten und das Heizverhalten untersucht werden. Beim Lüften gilt, Stoßlüftungen bei komplett geöffnetem Fenster fünf bis zehn Minuten lang sind effektiver als Dauerlüften in Kippstellung. Beim Heizen müssen die Temperaturen an die unterschiedlichen Räume und Nutzungszeiten angepasst werden.

Quelle: Gebäude modernisieren - Energie sparen, Verbraucherzentrale NRW 2007 (Hrsg.)