Dachkonstruktion: Allgemeine Einführung
Dächer von Altbauten unterscheiden sich meist gravierend von denen aus neuerer Zeit. Es gibt viele bauliche Formen (z. B. Mansarddächer, Krüppelwalme, Zwiebeltürme etc.) und die entsprechenden regionalen Ausprägungen. Gerade der Barock zeichnet sich durch eine beinahe unbegrenzte Variationsbreite von Dachstühlen aus. Mit dem Einzug der Moderne, genauer gesagt durch die heutige globalisierte Nivellierung, verschwanden viele Formen und wurden nicht nur aus Geschmacksgründen, sondern auch aus wirtschaftlichen Überlegungen obsolet. Insbesondere die konstruktive Ausführung älterer Dachstühle hat es in sich, da die traditionelle Zimmermannstechnik teilweise komplizierte Holzverbindungen notwendig machte, um eine statisch einwandfreie Lastabtragung in den Verbindungsknoten zu gewährleisten. Heutige Techniken, so genannte ingenieurtechnische Verbindungen, beruhen auf Hilfsmitteln wie Stahlschuhen oder ähnlichem, um die arbeitsintensiven Knoten kostengünstiger zu erstellen. Gerade bei der denkmalgerechten Sanierung von Dachstühlen ist die Kenntnis dieser traditionellen Zimmermannstechniken unumgänglich, um das ursprüngliche Erscheinungsbild nicht unwiederbringlich zu zerstören - sofern die Dachkonstruktion sichtbar erhalten bleiben soll. Beschädigungen alter Dachstühle sind meist Folgeerscheinungen einer mangelhaften Pflege oder Sanierung der Dachdeckung.
Bildnachweis: Aus W. Lenze "Fachwerkhäuser"
