Kapillarrohrmatten

Kühlen und Heizen über dünne Kunststoffrohre

Häufig werden im Zuge einer Gebäudesanierung die bestehenden Heiz- und Kesselanlagen erneuert, um Energie einzusparen und die Betriebskosten zu senken. Bei reduziertem Heizwärmebedarf und geeigneter Gebäudehülle können im Rahmen einer Altbausanierung Flächenheizsysteme wie Fußboden-, Decken- oder Wandheizungen eingesetzt werden.

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Aufbau und Integration in Wand- und Deckenflächen

Letztere bestehen aus dünnen Kapillarrohren, die aus thermoplastischem Kunststoff, meist Polyethylen, gefertigt und werkseitig zu Matten verbunden werden. Die einzelnen Rohrdurchmesser liegen im Bereich weniger Millimeter, wodurch sich eine geringe Systemdicke im Putzaufbau ergibt. Dadurch eignen sich Kapillarrohrmatten besonders für die Integration in Wand- oder Deckenflächen im Bestand.

Die Matten werden mechanisch befestigt oder verklebt und anschließend überputzt oder mit Leichtbauplatten abgedeckt. Wird als Putzmaterial beispielsweise Lehm eingesetzt, können dessen feuchteregulierende Eigenschaften das Raumklima zusätzlich positiv beeinflussen. Wandflächen, in denen sich das Heizsystem befindet, sollten jedoch nicht durch großflächige Möbel, Regale oder Bilder verstellt werden, da dies die Wärmeabgabe an den Raum beeinträchtigen kann.

Niedrige Vorlauftemperaturen und Systemkombinationen

Im Vergleich zu üblichen Heizkörpern können Wandflächenheizungen bei geeigneter Auslegung und luftdicht ausgeführter Gebäudehülle mit geringeren Vorlauftemperaturen betrieben werden, typischerweise im Bereich von etwa 25 bis 35 °C. Dadurch eignen sie sich besonders für den Betrieb mit Niedertemperatur-Wärmeerzeugern wie Wärmepumpen.

Eine Einbindung in Systeme mit solarthermischer Unterstützung ist grundsätzlich möglich, erfolgt jedoch in der Regel über Pufferspeicher. In Kombination mit einer Wärmepumpe und geeigneter Regelung können Kapillarrohrmatten im Sommer auch zur Temperierung oder Kühlung von Innenräumen genutzt werden. Dabei wird beispielsweise über eine Erdsonde gewonnene kühle Umweltenergie in das Flächensystem eingespeist. Voraussetzung hierfür ist eine geeignete Taupunktüberwachung, um Kondensatbildung an den Oberflächen zu vermeiden.

Behaglichkeit und Einsatzmöglichkeiten

Wandflächenheizungen begünstigen durch ihre niedrigen Systemtemperaturen den effizienten Betrieb moderner Wärmeerzeuger und ermöglichen eine weitgehend unsichtbare Raumtemperierung. Der erhöhte Strahlungsanteil kann als behaglich empfunden werden. Die flexiblen Kapillarrohrmatten können zum Heizen und – unter geeigneten Bedingungen – auch zum Kühlen sowohl in Decken als auch in Wänden oder Fußböden eingebaut werden.

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