Verbesserung der akustischen Eigenschaften einer Theaterdecke

Am Beispiel der Volksbühne Berlin

Die Volksbühne in Berlin ist ein Beispiel für ein klassisches Theater, in dem durch Optimierung des Deckenbereiches eine wesentlich bessere Reflexionslenkung in das hintere Parkett erzielt wurde.

Dieses 1915 als Dreirangtheater eröffnete Haus ist nach Kriegszerstörungen zunächst wiedererrichtet und 1971 nochmals umgebaut worden. Im ursprünglichen Zuhörersaal gab es im Parkett Probleme mit der Sprachverständlichkeit, weil dorthin keine Seitenwandreflexionen gelangten. Eine Maßnahme der akustischen Aufwertung lag in der Einbeziehung des ersten Ranges in das Parkett, dadurch konnte eine überzeugende Sitzreihenüberhöhung realisiert werden. Die andere Veränderung bezog sich auf die Anbringung eines großen Vorbühnenplafonds, der allerdings eine Reihe von Beleuchteröffnungen enthält. Durch ihn erfolgt eine bevorzugte Versorgung des mittleren Parkettbereiches mit Anfangsreflexionen. Außerdem wird der dritte Rang nur noch als Beleuchterstation genutzt.

Der Umbau hat sich akustisch stark verbessernd ausgewirkt. Für die verbliebenen 800 Plätze ist aber das Volumen von 6.000 m³ (Volumenkennzahl ca. 7,5 m³ je Platz) etwas zu groß, so dass die mittlere Nachhallzeit von ungefähr 1,4 s an der oberen Grenze des optimalen Bereiches liegt.