Gerundete Wände aus Filz
Schichten in Grau
Wärmend, feuchtigkeitsabweisend, nicht brennbar, schallabsorbierend - das Material Filz hat eine Menge guter Eigenschaften. Seine zunehmende Verbreitung in Architektur und Design ist u.a. auf die vermehrte Verwendung ökologischer Baustoffe zurückzuführen. Trotz der Bandbreite seiner Lieferformen: dünn oder dick, leicht oder schwer, weich oder hart, flexibel oder steif - und in allen Farben, bleibt sein textiler Charakter immer erhalten.
Zur Verbesserung der Raumakustik sind in letzter Zeit Paneele aus Filz erhältlich, die an Wand oder Decke angebracht werden. Seine Verwendung als textile Wandverkleidung ist neu - zu sehen im Kinosaal des Simon Wiesenthal Center Museum of Tolerance in Los Angeles. Der Entwurf und die Fabrikation stammen von der kanadischen Designerin Kathryn Walter vom Büro Felt Studio. Neben Teppichen und Taschen entwirft sie alle möglichen Gebrauchsgegenstände aus Filz, z.B. Lampen und ein Aufbewahrungsbehältnis für Kaminholz. Im Zuge der Erweiterung und Sanierung des Museums im Jahr 2007 hat sie zusammen mit den Architekten vom Büro Yazdani Studio, einen kompletten Kinosaal mit Filz ausgekleidet.
Die gerundeten Wände des Wosk Theater, einem Saal mit 36 Sitzen, wurden mit Schichten aus Filz in unterschiedlichen Dicken und variierenden Grautönen bedeckt. Dazu wurden zunächst Paneele angefertigt, die dann vor Ort angepasst wurden. Projektionsfenster, Beleuchtungskörper und die Leinwand sind in die Wandstruktur integriert. Im Gegensatz zu den sonst üblichen Akustikpaneelen aus Gipskarton sorgt hier der Werkstoff Filz für eine gute Raumakustik.
Anlässlich der Ausstellung Fashioning Felt, die das New Yorker Cooper-Hewitt National Design Museum dem Thema Filz gewidmet hat, ist ein gleichnamiges Katalogbuch erschienen.
Entwurf und Herstellung Filzwände: Kathryn Walter, Felt Studio, Toronto/CDN; Architekten Museum of Tolerance: Yazdani Studio of Cannon Design, Los Angeles; Bildnachweis: Anne Garrison of Hewitt Garrison Photography, New York