Universitätsgebäude in Braunschweig
Natürliche Belüftung und elektrochrome Verglasungen
Das Gebäude des Informatikzentrums umfasst 9.900 m² und bildet einen Anbau an das bestehende 13-geschossige Hochhaus aus dem Jahr 1975. Der Solitär sollte durch den Erweiterungsbau städtebaulich und funktional eingebunden werden.
Der Neubau umschließt ein innen liegendes Atrium, das als Erschließungszone für den einhüftigen Verwaltungsbau in Stahlbetonskelettbauweise dient. Die Fassade ist als vorgehängte Aluminium Pfosten-Riegel-Konstruktion ausgeführt. Das 4. Obergeschoss wurde als Staffelgeschoss in einer leichten Stahlkonstruktion mit Gasbetondeckplatten ausgebildet.
Energiekonzept
Das innen liegende Atrium dient als Pufferzone für das Lüftungskonzept. Die Zuluft wird im Zwischenklima des Atriums vorgewärmt, von dort werden die Büroräume natürlich belüftet. Lediglich für Rechnerräume mit hohen Wärmelasten, für die eine Begrenzung der maximalen Raumtemperatur erforderlich ist, werden Kühlanlagen eingesetzt. Im Winter wird die Abwärme der Kälteanlagen zur Vorwärmung der Außenluft genutzt, bevor diese ins Atrium strömt.
Um einen möglichst geringen Stromverbrauch zu erreichen, ist ein optimales Kunstlicht- und Verschattungssystem notwendig. In Braunschweig wurden zu diesem Zweck elektrochrome Verglasungen eingesetzt, die über die Gebäudeleittechnik miteinander verknüpft und zentral angesteuert werden. Die Scheiben der elektrochromen Verglasung wirken im geschalteten Zustand wie ein Sonnenschutzglas mit entsprechend starken Reduktionswerten. Die Tönung der Scheiben entsteht durch das Anlegen einer elektrischen Spannung und ist in mehreren Stufen variierbar. Auf diese Weise kann der Grad des Sonnenschutzes dem tatsächlichen Bedarf angepasst werden.
Bautafel
Projektbeteiligte: Staatshochbauamt I, Braunschweig (Baudurchführung); Steinbeis-Transferzentrum Energie-, Gebäude- und Solartechnik, Stuttgart (Energieplaner); Institut für Energie-, Gebäude- und Solartechnik IGS, TU Braunschweig (Wissenschaftliche Begleitung)
Bauherr: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur vertreten durch OFD-Hannover
Fertigstellung: 2002
Standort: nördlich des Braunschweiger Zentrums auf dem Universitätsareal
Bildnachweis: Solarbau
Zum Thema
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