Stadthaus in s’Hertogenbosch/NL
Flexible Behörde: Reise von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz
Im Zentrum der niederländischen Industriestadt s’Hertogenbosch hat Dirk-Jan Postel aus dem Architekturbüro Kraaijvanger Urbis ein neues Rathaus geschaffen, das sich harmonisch in das historische Umfeld eingliedert und mit dem Ausstattungskonzept des niederländischen Büroeinrichters Ahrend die Grenzen traditionell-starrer Officewelten sprengt.
Die Chance, die acht über die ganze Stadt verteilten Verwaltungsstandorte von s’Hertogenbosch an einem einzigen, zentralen Ort zusammenfassen zu können, erforderte ein Umdenken aller Beteiligten. Schließlich müssen auch Kommunen angesichts großer finanzieller Probleme und der Notwendigkeit, sich zu Dienstleistern für den Bürger zu entwickeln, die Faktoren Flächeneffizienz von Büros und Energieeinsparung überdenken. Motiviertes und effektives Arbeiten in einem sich ständig wandelnden Umfeld heißt die Aufgabe für die Verwaltung der Zukunft. Mit dem realisierten Einrichtungskonzept arbeiten die 1.100 Verwaltungsmitarbeiter der Provinzhauptstadt von Nordbrabant an lediglich 750 Arbeitsplätzen.
Zusätzlich zu den Liften und Treppenhäusern wurden im neuen Stadthaus mit einer Bruttofläche von 19.332 m² offene Treppen errichtet. Sie ermöglichen das Zusammenwirken der Beamten auch über mehrere Etagen hinweg und erleichtern die Kommunikation untereinander. Das Gefühl von Enge kommt angesichts großer Glasflächen nicht auf.
Büroplanung
Vier unterschiedliche Arbeitsplatztypen wurden für das Stadthaus entwickelt: der offene Arbeitsplatz, der Loungearbeitsplatz, das Cockpit und die Bibliothek. Alle Einheiten unterlagen bei ihrer Entwicklung hohen akustischen Anforderungen. Die Arbeitsplätze wurden außerdem so konzipiert, dass sie die ergonomischen Anforderungen für Menschen unterschiedlicher körperlicher Konstitutionen problemlos erfüllen. Jeder Mitarbeiter soll sich auf seiner, durch wechselnde Aufgabenstellungen notwendigen „Reise“ von Arbeitsplatz zu Arbeitsplatz wohlfühlen und optimale Leistungen erbringen.
Der Wegfall von Statussymbolen wie der eigene Schreibtisch wurde von über 90 % der Mitarbeiter akzeptiert und ebnet somit den Weg für eine offene, freundliche und flexible Behörde. Drei Millionen Euro werden jährlich über die effektive Nutzung des Flächenareals eingespart und somit auch eine erhebliche Energieeinsparung erzielt.
Bautafel
Architekten: Dirk Jan Postel, Kraaijvanger Urbis, Rotterdam/NL
Projektbeteiligte: Ahrend Nederland, Eindhoven/NL (Büroeinrichter)
Bauherr: Stadt s’Hertogenbosch/NL
Fertigstellung: Februar 2004
Standort: Zentrum s´Hertogenbosch
Bildnachweis: Presseagentur Dieterle + Partner, Stephanskirchen