Umweltbundesamt in Dessau
Türautomation mit profilfreiem Ganzglassystem
Das Gebäude des Umweltbundesamtes wurde auf dem Gelände des ehemaligen Gaswerkes im Norden der Stadt Dessau errichtet. Ein Teil des Baugrundes beinhaltet den ehemaligen Wörlitzer Bahnhof, dessen historisches Gebäude nun als Informationszentrum für das Umweltbundesamt dient.
Die Gebäudekonzeption des Architekturbüros Sauerbruch-Hutton besteht aus einer langen viergeschossigen fließenden 'Büroschlange', die sich zu einer langgestreckten Schlaufe ausformt. Die Längsseiten der Schlaufe werden mittels Querriegel verbunden. Um einen Eingangsbereich zu formen, wurde die Büroschlange zum offenen U weitergeführt. Der daraus entstehende - zur Straße hin geöffnete - Hof ist mit einem gefalteten Glasdach und einer Glasfassade geschlossen. Innerhalb des Hofes wurde ein freistehender Hörsaal und im integrierten alten Farbikgebäude der Gasgeräteherstellung eine Bibliothek errichtet. Der Eingangsbereich des Umweltbundesamtes bildet den Übergang zwischen geschlossenem Baukörper und Stadt und bleibt daher die Öffentlichkeit zugänglich.
Türautomation
Im Umweltbundesamt kam bei den automatischen Türen ein Ganzglassystem zum Einsatz, bei dem die Profile zwischen den Glasscheiben integriert sind. Eine individuell gestaltbare Randbedruckung sorgt dabei für eine bündige Glasfläche ohne Profile. Diese Türen wurden mit einem automatischen Türantrieb ausgestattet, der bei zweiflügligen Anlagen auch den barrierefreien Durchgang gewährleistet.
Integrierte Schließfolgeregelung und Sensorleisten überwachen den Schließ- und Öffnungsvorgang. Die Fluchttüren im Eingangsbereich sind über die Automatikantriebe mit der Türzentrale verbunden, wodurch - beispielsweise im Brandfall - auch langsamen Menschen eine schnelle Flucht ermöglicht wird.
Der Kantineneingang und die Innenraumtüren im Hörsaal bzw. Bürobereich wurden mit einem Drehtürsystem ausgestattet, teilweise wurde hier ebenfalls wieder die Ganzglasvariante eingesetzt.
Bautafel
Architekten: sauerbruch hutton Architekten, Berlin
Projektbeteiligte: Ingenieurbüro Zibell, Willner und Partner, Berlin-Dresden-Leipzig (Energieplanung und Simulation für Heizung, Raumluft und Tageslicht); Der Energiebeauftragte des Bundes Uwe Römmling IEMB e.V, Berlin (Energetische Zielvorgaben, begleitende Forschung zum Energiekonzept); Geze GmbH, Leonberg (Gebäudetechnik/Türautomation)
Bauherr: Staatliches Bauamt Dessau; Umweltbundesamt, Berlin
Fertigstellung: Mai 2005
Standort: Dessau
Bildnachweis: Benedikt Hotze, Berlin (1+2); Geze (3+4)