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Öffentliche Gebäude

Terminal 4 des Flughafens Barajas Madrid/E

Außenansicht Terminal 4 von Innen Y-Pylone mit Dach

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Automatiktüren mit Windschutz

Mit dem Neubau des Terminal 4 erhöht sich die Kapazität des Madrider Flughafens auf bis zu 70 Millionen Passagiere, womit er auf Rang fünf der größten europäischen Flughäfen aufrückt. Die Baukosten für das Terminal, zwei neue Pisten und ein Parkhaus für 9.500 Autos übersteigen 6 Milliarden Euro. Mit einer Fläche von 1,2 Millionen Quadratmetern ist der Neubau eines der größten Gebäude in Europa. Hauptmerkmal des Neubaus ist sein expressiv geschwungenes Dach, das von sich verzweigenden Y-Pylonen getragen wird. Für Rogers typisch ist die futuristische und farbenfrohe Gestaltung des Gebäudes, dessen konstruktive Elemente sorgfältig detailliert und in ihrer Funktion ablesbar gestaltet sind.

Rogers und Estudio Lamela definierten vier Leitlinien für ihren Entwurf: Erstens ist dies die Integration in die Landschaft bzw. der mögliche Ausblick vom Flughafen in das hügelige Umland. Zweitens entwickelten sie ein Energiekonzept, das zu einer Nord-Süd-Ausrichtung des Gebäudes führte. Weite Dachüberstände und externe Verschattungselemente sollen den Energieeintrag reduzieren; so genannte "Canyons" leiten dagegen Licht in die unteren Stockwerke, sind aber klimatisch von den Passagiergängen entkoppelt. Drittens bringt die klare Struktur des Flughafens Übersichtlichkeit für den Passagier: Auf sechs Ebenen wurde - drei oberirdisch für den Publikumsverkehr, drei unterirdisch für den technischen Ablauf – ein langer Riegel entwickelt. Dieser Riegel wird durch die oben erwähnten monumentalen Y-förmigen Stützenreihen gegliedert. Viertens bietet die lineare Gliederung des Baukörpers gute Möglichkeiten der Erweiterung und Vergrößerung des Terminals, der somit einen hohen Grad an Flexibilität verspricht.

Terminal 4 wurde im Jahr 2006 mit dem Stirling Prize des Royal Institute of British Architects RIBA ausgezeichnet. Der Preis ist die wichtigste Architektur-Auszeichnung Großbritanniens.

Türautomation
Große, automatisch betriebene Schiebetüren passen sich in ihrer Gestaltung der modernen Formensprache des Flughafens an. Sie dienen als Ein- und Ausgänge sowie als Durchgänge der mit Glaswänden abgetrennten Terminalbereiche. Eine breite Metallschiene markiert die untere Begrenzung der transparenten Wand und entwickelt sich im Bereich der Tür zum großformatigen Rahmen für den Eintritt.

Neben hohen Sicherheitsanforderungen, denen die Türen im sensiblen Flughafenbau genügen müssen, erfüllen diese auch eine Funktion als Windschutz. Gewählt wurde hier ein automatischer Schiebetürantrieb Econodrive EL-FR, der auch optisch mit dem Flughafendesign korrespondiert.

Bautafel

Architekten: Richard Rogers Partnership, London/GB und Estudio Lamela, Madrid/E
Projektbeteiligte: Trox GmbH, Neukirchen-Vluyn (Quelllüftung, Brandschutzklappen); Geze GmbH, Leonberg (automatische Türen)
Bauherr: Aena, Spanische Flughafengesellschaft, Madrid/E
Fertigstellung: 2006
Standort: Barajas Flughafen (12 km nordöstlich des Zentrums von Madrid)
Bildnachweis: RIBA, London/GB (1+2), Aena (3), Geze (4)

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