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Öffentliche Gebäude

Kunstmuseum in Stuttgart

Nachtansicht Kunstmuseum Bedruckter Glaskubus - Ausblick auf den Kronprinzenbau und den Schlossplatz Erschließung rund um den Kubus für Wechselausstellungen

Bildergalerie | 1 | 2 | 3 | 4 |

Glaskubus mit automatisch angetriebenen Schiebetüren

Der als „Kleiner Schlossplatz“ bezeichnete Bereich - ursprünglich eine 1968 fertig gestellte Überdeckelung eines Verkehrsknotenpunktes war bereits in den 1980er Jahren Gegenstand mehrerer Architekturwettbewerbe. Unter aktualisierten Planungsvorgaben gewannen Hascher + Jehle 1999 den zur Realisierung kommenden internationalen Wettbewerb. Das Raumprogramm der Wettbewerbsaufgabe umfasste ca. 13.000 m² für das Kunstmuseum und eine kommerzielle Nutzung. Die Neuordnung führte zu einer städtebaulichen Aufwertung dieses bedeutsamen zentralen Bereichs der Stuttgarter Innenstadt.

Es ist das Kunstmuseum und nicht die kommerzielle Nutzung, die an diesem wichtigen städtischen Platz vorne, im Ensemble mit dem Königsbau, dem alten und dem neuen Schloss steht. Das Museum schwebt als Solitär - vom Königsbau deutlich abgerückt - über der großzügigen Freitreppe. Über die Diagonale Kleiner Schlossplatz/Neues Schloss wird ein öffentlicher Raum inszeniert, der in mehreren Höhenstufen eine Abfolge von Plätzen schafft und so einen fließenden Übergang vom Kleinen Schlossplatz zur Königstraße bildet. Der grundlegende Entwurfsgedanke für das Museum war, dass an dieser Stelle nicht nur ein öffentliches Gebäude steht, sondern ein Raum entsteht – innen wie außen – der sich den Bürgern und Besuchern der Stadt als Kommunikationsort anbietet.

Während die Räume der Dauerausstellung ganz introvertiert sind, ist der Kubus der Wechselausstellung so organisiert, dass die Ausstellungsräume zwar abgeschlossen im Inneren liegen, die Erschließung sich aber außen um den Würfel legt. Die oberste Ebene des Würfels ist frei zugänglich, sie ist Skulpturengarten und Veranstaltungs- und Begegnungsort. Die Dachterrasse ist je nach Nutzung vom Museum oder auch direkt von außen zugänglich.

Türautomation
Aufgrund der hohen Frequentierung eines Museums werden besondere Anforderungen an das eingesetzte Tür- und Beschlagsystem gestellt. Die Türen sollen sich zudem automatisch öffnen bzw. schließen. Im Innen- und Außenbereich des Kunstmuseums Stuttgart kamen Schiebetüren mit Antrieben zum Einsatz. Ein verschleißarmer und wartungsfreier Hochleistungs-Gleichstrommotor treibt die Türen fast geräuchlos an. Der Antrieb bzw. die Kraftübertragung erfolgt über Zahnriemen. Über vier große Laufrollen wird das Türflügelgewicht auf das Laufschienenprofil verteilt, was einen ruhigen Lauf der Schiebetüren gewährleistet. Die modulare Ganzaluminium-Konstruktion mit dem Laufschienenprofil und hochgesetzter Trag-Laufbahn ermöglicht die Montage der Flügel bis zur Wand.

Eine ausführliche Dokumentation des Projektes finden Sie auf den Webseiten der Architekten.

Bautafel

Architekten: Hascher, Jehle und Assoziierte GmbH, Berlin
Projektbeteiligte: Werner Sobek Ingenieure GmbH in Zusammenarbeit mit Fichtner Bauconsulting, Stuttgart (Tragwerksplanung); Ingenieurbüro Brecht, Stuttgart (Fassadenberatung); Hosser, Hass und Partner, Braunschweig (Brandschutz); Geze, Leonberg (Türautomation); Record, Wuppertal (Türautomation)
Bauherr: Kulturamt Stuttgart, vertreten durch Hochbauamt Stuttgart
Fertigstellung: 2005
Standort: Schlossplatz 2, Stuttgarter Innenstadt
Bildnachweis: Hascher + Jehle, Berlin

Architektenprofil

HASCHER JEHLE Architektur
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