Franz Josef Strauß Flughafen Terminal 2 in München
Automatische Rauchschutz-Schiebetüren
Der Flughafen München Franz Josef Strauß liegt 28,5 Kilometer nordöstlich des Zentrums der Landeshauptstadt München. 1992 errichtet, werden die Kapazitäten kontinuierlich ausgebaut. Bereits im Dezember 1997 wurde für ein weiteres Terminal ein offener, einstufiger und anonymer Realisierungswettbewerb ausgelobt; im Sommer 1998 wurde aus den drei Favoriten des Wettbewerbs das Architekturbüro Koch & Partner, München ausgewählt und beauftragt. Im April 2000 erfolgte die Grundsteinlegung. Das neue Terminal liegt dem Terminal 1 gegenüber, im Osten des Areals, und ist mit diesem über das "München Airport Center (MAC)" verbunden. Das Terminal 2 - eingeweiht im Juni 2003 - besteht aus einem linearen, 980 Meter langen Pier mit 24 Fluggastbrücken und einer verglasten, großzügigen, 30 Meter hohen, 15.000 m² großen Check-In Halle. Die zweigeschossige Flughafenorganisation - oben Abflug, unten Ankunft) - bietet den Fluggästen eine einfache und klare Orientierung. Das Terminal beherbergt insgesamt 114 Gates, eine Warteraumfläche von 28.500 m² und stellt für Läden und Gastronomie 18.000 m² zur Verfügung.
Technik
Automatische Türen finden sich in allen Bereichen des Münchener Flughafens. Bereits über 300 automatische Türen verrichten ihren Dienst im "alten" Terminal 1 des zweitgrößten Verkehrsflughafen Deutschlands. Für die über 200 automatischen Türen im Terminal 2 wurde ein anderes Konzept verfolgt. Aufbauend auf die an europäischen Flughäfen gemachten Erfahrungen der letzten Jahre wurden nicht nur die notwendigen Flucht- und Rettungswege berücksichtigt, sondern auch größter Wert auf das Brandschutzkonzept gelegt. Hierbei war es notwendig, einzelne Abschnitte des Flughafens mit Rauchschutztüren auszurüsten. Diese mussten natürlich automatisiert sein und möglichst als Schiebetür ausgeführt werden. Die record Türautomation GmbH entwickelte automatische Rauchschutz-Schiebetüren, da es bis zu diesem Zeitpunkt keine solchen gab. Zudem waren die Anforderungen an die Ausführung der Türen mit einer lichten Durchgangshöhe von 3,15 m und lichten Durchgangsbreite von 2,40 m sehr hoch. Durch die gewünschte Verglasung sollte auch das Gewicht der Türflügel nicht unerheblich ausfallen.
Als Rahmenprofil für die neue Konstruktion entschied man sich für die ungedämmte heroal-Profilserie 020, da ein wärmegedämmtes Profil im Rahmen der Rauchdichtheitsprüfung sich durch die unterschiedlichen Temperaturen zu stark verformt hätte. Bei diesen Profilen ist der Glasanschlag so ausgebildet, dass an automatischen Türen keine Scherstellen entstehen.
Ein weiteres Problem stellte die Abdichtung dar. Bei einer Temperatur von 200°C und einem Prüfdruck von 50 pa darf die Leckrate bei zweiflügeligen Türen nicht über 30 m³/h liegen. Gemeinsam mit dem Dichtungshersteller GTG Gummidichtungstechnik Wolfgang Bartelt GmbH & Co.KG in Gundelfingen wurde ein neues Dichtungsprofil für die vertikalen Abdichtungen entwickelt. Hierbei musste der Temperaturbereich, aber auch die Einpresstiefe und Gleitfähigkeit der Dichtung beachtet werden. Bei den oberen und unteren horizontalen Dichtungen handelt es sich um Stadi Dichtungen aus dem Hause Athmer.
Geprüft wurde die gesamte Konstruktion beim Prüfinstitut PTE Rosenheim. Die Abmaße der Prüfkammer reichten gerade so aus, um die gewünschten Abmessungen zu erreichen. Auch hier wurden im Rahmen diverser Prüfungen einige Erfahrungen gesammelt und daraus resultierend die Konstruktion der Tür immer weiter verbessert. Als Resultat erreichte die Prüftür einen Wert der Leckrate von unter 10m³/h, was sicherlich bei den vorgenannten Abmessungen vorher so nicht zu erwarten war.
Weitere Türen im Terminal 2 wurden natürlich in bewährter Ausführung zum Einsatz in Flucht- und Rettungswegen ausgeführt. Auch in den Karusselltüren der Haupteingänge aus dem Hause Boon Edam sind Fluchtwegschiebetüren von record integriert. Die Karusselltüren können wahlweise als drehende Karusselltür betrieben werden oder in der Querposition fixiert über die mittleren Schiebetüren den Zugang zum Terminal ermöglichen.
Bautafel
Architekten: Prof. v. Busse & Partner Blees, Büch, Kampmann in München (Terminal 1); Koch & Partner, München (Terminal 2)
Projektbeteiligte: CBP Cronauer Beratung Planung GmbH, München unter Mitarbeit von: Bayerische Baubetreuungsgesellschaft, München (Projektkoordination); record Türautomation, Wuppertal (Automatische Türen); GTG Gummidichtungstechnik Wolfgang Bartelt GmbH & Co.KG, Gundelfingen (Türdichtungen); Fa. Athmer, Arnsberg-Müschede (Türdichtungen)
Bauherr: Flughafen München GmbH
Fertigstellung: 1992/2003
Standort: Erdinger Moos bei München
Bildnachweis: Schindler Aufzüger (1), record Türautomation GmbH (2+3)