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Büro/Verwaltung

Empfangsgebäude in Basel/CH

Außenansicht des gläsernen Emfpangsgebäudes Rundschiebetür Schwarzer Empfangstresen auf gelbem Marmorboden

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Doppelflügel- und Rundschiebetür aus Glas

Klar und offen ist das neue Haupteingangsgebäude für den Pharmakonzern Novartis auf dessen Firmengelände in Basel werden: der Architekt Marco Serra entschied sich für ein in der Form reduziertes Gebäude mit vollständig verglaster Fassade. Nicht nur die tragende Grundstruktur des Gebäudes besteht aus Glas, auch sämtliche Außenwände sind komplett gläsern. Grundlage der Fassadenkonstruktion sind Isolierglasscheiben, die durch vertikale Glasschwerter ihre Aussteifung erhalten; Schwerter und Fassadengläser aus teilvorgespanntem Verbundsicherheitsglas (VSG) bilden zusammen einen U-Träger. Das Achsmaß der 4,90 m hohen Glaselemente beträgt 1,70 m.

Eine große Dachscheibe kragt über die raumhohe Fassade aus. Ohne sichtbare Träger wird sie nur vom Glas getragen und vermittelt damit einen schwebenden Eindruck. Um das Gewicht der Konstruktion möglichst gering zu halten, wurde das Dach aus PU-Schaum und glasfaserverstärktem Kunststoff als GFRP-Dach (Glass Fiber Reinforced Polymer) ausgeführt. Die Schaumkerne wurden mit Hilfe von CNC-Technik in Form geschnitten und bereits mit allen notwenigen Aussparungen versehen. Mit Abmessungen von 21,6 x 18,5 m bestimmt das auskragende, monolithische Dachelement die Gebäudeform und stellt nach Vorstellung des Architekten eine Analogie zu einer Flügelspitze dar. An drei der vier Dachrändern verjüngt sich der Querschnitt.

Im Inneren des Gebäudes gelangt der Besucher zunächst in einen großen, offenen Empfang. Auf rund 220 m² Nutzfläche sind hier die Funktionen Empfang, Anmeldung und Sicherheitsschleuse für das Firmengelände angeordnet. Im Bedarfsfall oder nachts, wenn wenig Empfangspersonal im Einsatz ist, kann eine Trennwand aus Panzerglas rund um den Tresen hochgefahren werden. Der Innenraum besteht hauptsächlich aus schallharten Oberflächen. Zur Verbesserung der Raumakustik ist über dem Empfangstresen eine Textilfläche abgehängt, die den Eindruck eines fliegenden Teppichs vermitteln soll. Die Akustikmatte besteht aus 3 mm starken Textilbändern mit einer Auflage aus Mineralwolle.

Direkt aus der Tiefgarage führt ein Aufzug in das Empfangsgebäude. Er befindet sich in einem eingestellten massiven Kern; die Treppenanlage zur Garage verläuft entlang des Baukörpers. Aus gelbem Marmor besteht der Bodenbelag, dessen warmer Farbton einen Kontrast zu dem großen, schwarzen Empfangstresen bildet.

Türen
Zwei automatische Türen führen in das Empfangsgebäude. Die Haupteingangstür in der Südfassade ist eine Doppelflügeltür aus Glas mit den Abmessungen 3.22 x 3.00 m (B x H). Um die Lasten aus Flügelgewicht, Wind und darüber liegendem Fassadenglas in das Fundament leiten zu können, wurde ein fester Rahmen auf einen Betonüberzug eingespannt. Die Türflügel bestehen aus einem umlaufenden, thermisch getrennten Stahlprofil mit Chromstahlverkleidung und einer Füllung aus Isolierverglasung. Angetrieben und gesteuert werden sie über einen Elektromotor mit hydraulisch-pneumatischem Zylinder; dieser ist unsichtbar in den Boden eingebaut.

Die Flügeltür ist mit Schließfolgeregler für Geh- und Standflügel ausgestattet. Wahlweise können beide oder nur ein Flügel geöffnet werden. Dies kann vom Empfang aus angewählt werden, mittels im Dach eingelassener Radarsensoren wird der Antrieb ausgelöst. Die Kabel verlaufen zwischen den Glasschwertern und werden von hier aus in den Türrahmen geführt. Die Tür übernimmt nicht nur die Funktion als Haupteingang, sondern dient gleichzeitig als Fluchtweg aus der Tiefgarage. Dazu wurde die Elektrik, die über eine Funktion zur Notöffnung des Gehflügels verfügt, an ein Ersatzstromnetz angeschlossen.

An der Nordfassade angeordnet, befindet sich die zweite Tür mit  Windfang-Funktion: eine Rundschiebetür mit elliptischer Form, ca. 3,4 x 2,2 m groß und mit einer Durchgangshöhe von 3 m. Sie wird - ebenso wie die Flügeltür - von einem festen Stahlrahmen umschlossen und ist mit diesem statisch verbunden. Mittels Bodenantrieb lassen sich jeweils zwei Flügel als Außen- und als Innentür ansteuern. Die notwendigen Stahlprofile der Türanlage sind minimiert, um den hohen Glasanteil der Tür nicht zu reduzieren. Einzig die Dachdecke der Automatiktür ist opak und mit Chromstahlblech verkleidet.

Bautafel

Architekt: Marco Serra, Basel/CH
Projektbeteiligte: Ernst Basler+Partner, Zürich/CH (Fassaden-/Tragwerksplanung), Scobalit, Winterthur/CH (Ausführung Dach), Glas Marte, Bregenz/A (Ausführung Fassade), Ruch Griesemer, Altdorf/CH (Eingangstür), Torautomatik, Zumikon (Türantrieb Flügeltür); Neuberger, Rothenburg (Gebäudeautomation)
Bauherr: Novartis Pharma Schweiz AG, Basel
Fertigstellung: 2007
Standort: Fabrikstr. 2, Basel, Schweiz
Bildnachweis: Lukas Roth, Köln

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