Revitalisierung eines Wohnhauses in der Vaucluse/F
Zweiläufige Treppe mit Wendepodesten
An einem steilen Fels gegenüber dem Massiv des Mont Ventoux, der aus der Rhôneebene bei Avignon aufragt, liegt das kleine Dorf Beaucet. Unterhalb der mittelalterlichen Kirche und den Ruinen einer ehemaligen Festung drücken sich denkmalgeschützte Häuser eng aneinander. Kalksteinmauern, Mönch- und Nonnen-Dachdeckungen prägen ihre Erscheinung. Inmitten der traditionellen Bauten ein Neubau, der deutlich seine aktuelle Architektursprache offenbart. Zwar wurden die wesentlichen, auch in der Silhouette des Dorfes einsehbaren Bauteile in Abstimmung mit den Denkmalschutzbeauftragten ortskonform ausgeführt; Steinmauern und Ziegeldächer wurden wieder ergänzt und definieren die alten Gebäudekonturen. Aber die neue Tragkonstruktion des Daches aus filigranen Stahlprofilen lässt Luft und Licht in das alte Gemäuer. Und die Gebäudeecke des Haupthauses ist als Stahlglasfassade bis unter das Dach aufgelöst. Die vom Bauherren dazugekauften Ruinen einer ehemaligen Ölmühle auf dem Nachbargrundstück wurden über eine weitere Terrasse mit dem Haupthaus verbunden.
Treppe
Das vertikale Rückgrat des Hauses ist das Treppenhaus in der verglasten Gebäudeecke des Haupthauses. Stahlwinkelprofile als Treppenwangen dienen zur Aufnahme der Trogstufen aus Stahl mit Estrichfüllungen, die überschliffen wurden. Das Geländer aus Vierkantprofilen ist mit halbkreisförmigen Laschen an den Winkelwangen verschraubt. Die Podeste liegen auf den Rohrstützen und Rohrträgern der Hauptkonstruktion, die auch das Dach trägt, auf. Um das einfallende Licht in die Wohnbereiche nicht allzusehr zu mindern, wurden alle Stahlteile auf das statisch notwendige Minimum reduziert und wegen der optimaleren Reflexion des Lichts weiß gestrichen.
Bildnachweis: Christian Michel, Paris
Bautafel
Architekt: Jean Paul Bonnemaison Architecte, Paris
Bauherr: NN
Standort: Beaucet, Vaucluse-F
Fertigstellung: 1995
Treppentyp: zweiläufig gerade Treppe mit Wendepodesten