Reihenhausumbau in Amsterdam

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Einläufige Mittelholmtreppe

Das Gebäude aus dem Jahre 1654 in der renommierten Herengracht im Zentrum Amsterdams hatte es den Bauherrinnen weniger angetan als der verwilderte Garten und die Stille hinter dem Haus. Wie einem Gemälde von Rubens oder Frans Hals entsprungen, muteten die finsteren Räume, die ineinander geschachtelten Grundrisse die neuen Bewohnerinnen an. Arbeiten und Wohnen sollte einerseits verbunden werden, andererseits sollte die Möglichkeit bestehen, größere Empfänge mit bis zu 100 Personen konfliktfrei abwickeln zu können. Nachdem man ein paar Häuser weiter einen gelungenen Umbau eines ebensolchen Reihenhauses begutachtet hatte, wurde dem Architekten auch der Umbau dieses Hauses übertragen. Die versetzten Ebenen boten sich an, die Räume untereinander mit vielfältig verschränkten Sicht- oder Wegebeziehungen nach dem Loos´schen Raumprinzip zu verflechten. Neben der Renovierung der alten Decken und Wände musste das Haus radikal entkernt und wieder mit neuen Elementen (Wänden, Öffnungen, Treppen und Böden) versehen werden.

Treppe
Von der Zwischenebene mit dem großen Wohnraum, der auch für Empfänge benutzt wird, führt eine Treppe ein halbes Geschoss höher zum Arbeitsraum über der Bibliothek. Das statische System beruht auf einem einfachen Prinzip: Ein Stahlhohlkastenprofil als mittiger Holm trägt die angeschweissten Stahlblech-Setzstufen. Auf diesen lagern die eingenuteten Trittstufen aus Eiche auf und bilden zusaammen mit den Setzstufen ein stabiles Faltwerk, das relativ verwindungsfrei vor der begleitenden Wand stehen kann. Das Geländer aus schlanken Rechteck-Hohlprofilen ist an den Setzstufen verschraubt. Dünne Seile bilden die minimalste Geländerfüllung.

Bildnachweis: Francesca Giovanelli

Bautafel

Architekt: Tijmen Ploeg , Amsterdam-NL
Bauherrinnen: Maartje van Asperen; Noor van Leeuwen
Standort: Herengracht, Amsterdam
Fertigstellung: 2000
Treppentyp: einläufig gerade Mittelholmtreppe