Presbyterianerkirche in Queens, New York/USA

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Mehrläufige überbreite Treppenanlage

Greg Lynn, von seinem architektonischen "Ziehvater" Peter Eisenman, frühzeitig geadelter Star am amerikanischen Architektenhimmel, gelang mit diesem Werk, das er zusammen mit anderen befreundeten Avantgardisten in die Realität umsetzte, der Beweis, dass seine Entwurfsweise, die ausschließlich auf dem Computer und dessen idiomatischen Möglichkeiten beruht, nicht nur in schönen Blidern von blasenförmigen Renderings enden muss, sondern durchaus konkret werden kann.
Die Bauaufgabe - einen Kirchenraum für 2500 Besucher, zusammen mit 80(!) Gruppenräumen, einer Hochzeitskapelle für 600 Personen und darüberhinaus mit Chorräumen, Cafeteria und Kinderbetreuung in Grundrissen zu organisieren - ging Lynn mit so genannten Meta-Blobs an: computergenerierte Blasengebilde, die sich aneinander anlehnen und dann verschmelzen.
Über das architektonische Ergebnis lässt sich streiten. Tatsache bleibt, dass es Lynn nicht darum ging, "Design" zu schaffen, sondern eher darum, den programmatischen Ansatz nicht mit einer glatt polierten Detailsprache zu entschärfen. Das Gebäude wirkt für den ankommenden Besucher als Fortsetzung des heterogenen Umfelds aus Industriehalle, Supermärkten und Baracken.
Die Massen an Gläubigen lassen einerseits keine kleinteilige Struktur zu, andererseits sollte auch jegliche 'faschistoide' Geste vermieden werden.
Die Fassaden aus gefalteten und muschelförmigen "Ohren" und ineinander gecrashten knappen Blechbaukörper türmen sich ansatzlos aus den riesigen Teerflächen des Großparkplatzes.

Treppe
Vom Parkplatz über eine große Aufgangsrampe kommend, führt nach Betreten des Gebäudes eine geschwungene Treppenanlage mit mehreren trapezförmigen Zwischenpodesten zum Kirchen-Hauptraum auf die dritte Ebene empor. Durch Spiegelung der Trapezoidflächen ergibt sich ein schlauchförmiger gekrümmter Raum, der die ankommenden und abgehenden Besuchermassen in sanften Schwüngen leitet.
Schwarzer polierter Kunststein auf Podesten und Stufen soll eine pietätvolle Atmosphäre vermitteln. Um die Besucherströme sicher und ohne Stockungen, auch bei eventueller Panik zu leiten, wurden zwei Mittelgeländer aus Edelstahlholmen, die an den Podesten unterbrochen wurden, angeordnet.

Bildnachweis: Jan Staller

Bautafel

Architekten: Greg Lynn FORM, Los Angeles; Douglas Garofalo Architects, Chicago; Michael McInturf Architects, Cincinnati
Projektteam: Philipp Anzalone, Dan Behnfeldt, Daniel Cantwell, Richard Garber, Chris Goode, Ellen grimes, Donald Hearn, Kimberly Holden, Matt Jogan, Greg Pasquarelli, Steven Rapanos, Min Kyu Whang
Weitere Projektbeteiligte: FTL Happold , New York City, Craig Schwitter, Eddie Pugh, Ross Daland (Statik); Lazlo Bodak Engineers, New York City; Michael McGough (Haustechnik)
Bauherr: Korean Prebyterian Church of New York, Queens
Standort: Long Island City, New York/USA
Fertigstellung: 1999
Treppentyp: mehrläufige Treppe mit Zwischenpodesten

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