Parlamentsgebäude in Berlin
Mehrläufige Treppe mit Zwischenpodesten
Die Dorotheenblöcke in unmittelbarer Nähe des neuen Reichstags beherbergen etwa 2000 Abgeordnete und Parlamentsmitarbeiter. Der Komplex aus acht miteinander verbundenen Gebäuden unter Einbeziehung von mehreren Altbauten wurde in Generalplanung von einem Planungsverbund von fünf renommierten Büros erstellt. Die Aufteilung in einzelne Blöcke lief kongruent mit der alten Parzellenstruktur. Schwierig und gleichzeitig innovativ sollte die büroübergreifende Zusammenarbeit werden. Unter der Rubrik "Gemeinsam verschieden" wurden Detailsprache und Materialwahl in vielen Workshops erarbeitet, die den einzelnen Büros dennoch eine corporate identity belassen sollte. Dies ist mit einigen Ausnahmen durchaus als gelungen zu bezeichnen, wenn man sich die Ausdehnung des Projekts und die Komplexität der Bauaufgabe vor Augen hält.
Treppe
Quer zum Rückgrat der Dorotheenstraße, die als "Abgeordneten-Strip" auf 200 Metern Länge die Baublöcke verbindet und andient, bilden sogenannte "Stadtfugen" interne Breschen zwischen den ansonsten ausufernden Baumassen. Großzügig verglaste Flure bringen Licht in die Tiefe der Bürotrakte, während die Büros selbst eine Befensterung zu den Höfen aufweisen. Stege und hintereinander angeordnete Treppenläufe verbinden die Ebenen und Flurteile untereinander. Parallele, etwas unter den Läufen eingerückte, Stahlholme tragen mittels Laschen aufgeständerte Winkelprofilrahmen. Bündig mit der Oberkante der Rahmen bilden geätzte und vorgespannte Glasplatten die Tritte. Schiffsgeländer mit horizontalen Gurtgeländern verlaufen analog zu den Flurumwehrungen, wobei alle Profile wie Edelstahlhandläufe und Geländerfüllungen durchlaufen. Die Geländerpfosten aus zwei parallelen Flachstählen stehen senkrecht zu den Treppenläufen.
Bildnachweis: Roland Halbe, artur
Bautafel
Projektarchitekten: de Architekten Cie., Amsterdam
Projektbeteiligte: Planungsgesellschaft Dorotheenblöcke mbH Busmann + Haberer; de Architekten Cie.; von Gerkan, Marg und Partner; Architekten Schweger und Partner; van den Valentyn (Generalplanung); Drees & Sommer, Stuttgart/Berlin (Projektsteuerung); Windels Timm Morgen mit Ove Arup GmbH; Schmidt Reuter Ingenieure mbH & Partner KG; Zibell, Willner & Partner (Tragwerksplanung); Prof. Gustav Lange; WES & Partner; Volker Püschel; Adelheid Rosenkranz (Freiraumplanung)
Bauherr: Bundesbaugesellschaft Berlin mbH
Standort: Jakob Kaiser Haus, Dorotheenstraße in Berlin
Planungsbeginn: 1994
Fertigstellung: 2002
Treppentyp: mehrläufige Treppen mit Zwischenpodesten