Museum Küppersmühle in Duisburg

Bildergalerie | 1 |

Gewendelte Betontreppen

Im Zuge der Restrukturierungsmaßnahmen des Duisburger Innenhafens nach dem Masterplan von Foster associates fand auch die Sammlung Moderner Kunst des Developers Hans Grothe eine Heimstatt in der aufgelassenen, mächtigen Küppersmühle, die von den Gebrüdern Kiefer und Joseph Weiß von 1908 bis 1916 errichtet wurde. Der Entwurf der Architekten Herzog und de Meuron, die gleichzeitig mit dem Umbau der Tate Gallery in London beauftragt waren, zeigten hier ebenso maßvollen Umgang mit der Bausubstanz. Lediglich jede zweite Decke wurde herausgenommen, um den raumgreifenden Bildern neuer deutscher Maler wie Immendorff oder Penck auch die entsprechende Höhe beizumessen. Zum Teil wurden Fenster vermauert, während an anderer Stelle lange vertikale Fensterbänder in die Ziegelfassade eingeschnitten wurden. Ähnlich des Londoner Museums zeigt sich auch hier ihre purifizierte Oberflächenbehandlung, die der Kunst möglich viel Raum verschafft und möglichst wenig Ablenkung entgegenstellt.

Treppe
Außen an das Gebäude angedockt wurde ein neues Treppenhaus, dessen klarer Kubus nur durch einen vertikalen Fensterschlitz unterbrochen wurde. Die Betonoberflächen wurden außen wie innen ziegelrot eingefärbt, um keine optische Konkurrenz zu den vielgliedrigen Ziegelfassaden aufkommen zu lassen. Die Treppe selbst ist zusammen mit der Brüstung als Trogbaukasten in einem Guss ausgeführt wurden.
Die Führungslinie verläuft um ein beinahe ovales Auge in sanften Schleifen. Die einzelnen Ausstellungsebenen sollen durch einen schreitenden Bewegungsablauf verbunden werden, um die Besucher auf die nicht alltägliche Muße des Kunstbetrachtens einzustimmen.
Das Steigungsverhältnis wurde also sehr flach ausgebildet, um einen von den Architekten erwünschten "Ort der Ruhe und konzentrierten Wahrnehmung" zu erreichen ... und es scheint gelungen zu sein.

Bildnachweis: Christian Richters, Münster

Bautafel

Planung: Herzog & de Meuron Architekten GmbH AG, Basel
Projektteam: Jürgen Johner, Katsumi Darbellay, Lukas Kupfer, Mario Meier, Astrid Peissard, Simon Smaczny
Weitere Projektteilnehmer: Ove Arup & Partners, Consulting Engineers (Spezialplanung); Wachenfeld & Endert (Bauleitung); Ing.Büro Lewenton, Werner Schwarz (Tragwerk); Ing. Ges. Kruck mbH (HLSE-Planung)
Bauherr: Duisburger Gemeinnützige Baugesellschaft AG
Standort: Sammlung Grothe, Küppersmühle in Hafen Duisburg
Planungsbeginn: 1997
Fertigstellung: 1999
Treppentyp: einläufig gewendelte Betontreppen