Gemeinschaftshaus der Botschaften der Nordischen Länder in Berlin
Dreiläufige Treppe mit Glasbrüstung
Das weit über Berlin hinaus bekanntgewordene grün patinierte Kupferband, mit den sich dahinter verbergenden Botschaften der fünf skandinavischen Länder Island, Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland, ist zum unwiederholbaren Signet einer gemeinsamen Architekturspange geworden. Den jungen Architekten gelang es, mit diesem Kunstgriff nicht nur die Wettbewerbs-Jury sondern auch die Öffentlichkeit zu überzeugen.
Das geschwungene 15 Meter hohe Kupferband - aufgelöst in ca. 4000 Lamellen - umschlingt mit seiner weichen Form einen heterogenen Baukomplex, der sich - von sternförmigen Schneisen unterbrochen - in fünf Baukörperprismen aufsplittet.
Die einzelnen Botschaftsgebäude wurden von fünf verschiedenen Büros der jeweiligen Länder beplant, während das Gemeinschaftshaus von den Gewinnern des Wettbewerbs ausgeführt wurde.
Die demokratische Großform der Gesamtanlage schottet gleichzeitig den Verkehr ab und vereint disparate Architekturansätze und länderspezifische Eitelkeiten.
Das Gemeinschaftshaus, das Versammlungssäle und gemeinsam zu nutzende Sitzungsäle beherbergt, bildet sozusagen das 'Herz' des Ganzen.
Treppe
Von der Empfangshalle des Gemeinschaftshauses, in dem sich der große Sitzungsaal und Informationsboxen befinden, führt eine einläufige Treppe mit Längspodest zu einem Zwischengeschoss empor.
Vom Stockwerkspodest aus blickt man über einen inneren Dachhof, der von halb geöffneten Lamellen des grünen Bandes semitransparent vom Außenraum abgeschlossen wird.
Um die Transparenz zu betonen, wurden die Brüstungen der Treppen- und Geschossgeländer mit grün schimmerndem, satinierten Glaspaneelen ausgeführt. Die Milchglasscheiben wurden mit Punkthalterungen an den Geländerpfosten befestigt.
Vom Bürogeschoss aus führt eine - wie im Barock sehr häufig eingesetzte - dreiarmige Treppenanlage weiter. Zwei Treppenläufe führen auf ein Zwischenpodest, von dem ein dritter Lauf zur obersten Ebene, mit Restaurant und Sitzungssälen, führt.
Bildnachweis: Christian Richters, Münster
Bautafel
Architekten: Berger + Parkkinen Architekten, Wien
Weitere Projektbeteiligte Alfred Berger, Tiina Parkkinen, Margarete Dietrich, Antti Laiho, Kurt Sattler, Peter Thalbauer, Günther Unterfrauner, Ivan Zdenkovic (Projektteam); IGH Berlin (Statik)
Bauherren: Danish Ministry of Housing and Bulding, Finnish Ministry of Foreign Affairs, Government Engeneering Contracts of Reykjavik/Iceland, Stasbygg - Public Construction and Property of Norway, Statens Fastighetsverk of Sweden
Standort: Rauchstraße, Berlin
Fertigstellung: 1999
Treppentyp: dreiläufig gerade Treppe mit gemeinsamen Zwischenpodest