Bibliothek in Aachen
Treppenmodul-System mit Glasstufen
Da die Räumlichkeiten des Lehrstuhls Baukonstruktion I zu beengt wurden, sollte ein Bibliotheksneubau Erleichterung aus der Raumnot bringen. Im Rahmen eines Seminars wurde die schräg gestellte Fassade des Gebäudes unter der Leitung von Prof. Führer entwickelt und detailliert. Da die eigenen finanziellen Mittel der Hochschule nicht ausreichten, bemühte man sich um Drittmittel aus der Wirtschaft, was letztlich auch zum Erfolg des Projekts beitrug.
Das Gebäude steht im Garten des Reiffmuseums als ein zweigeschossig hoher Raum mit Südverglasung. Im lichtdurchfluteten Lesesaal steht eine Empore, unter der sich Archivregale befinden.
Treppe
Um den Zugang zu dieser Empore zu schaffen, wurde unter den Assistenten des Lehrstuhls ein interner Wettbewerb ausgeschrieben. Als Sieger ging Jan Wurm mit seinem Entwurf für die hier vorgestellte Treppe hervor.
Das Tragsystem besteht aus Holz, genauer gesagt aus zwei parallelen "regalartigen" Strukturen aus Multiplexplattenstreifen. Je zwei horizontal laufende Duplexstreifen wurden schichtenweise - im Abstand der späteren Treppensteigung - übereinander angeordnet und durch senkrechte Stützstreifen untereinander verleimt. Diese Rostkonstruktion dient gewissermaßen als "Wangen der Treppe". Zwischen den horizontalen Lamellen wurde mit 40 mm dicken Distanzklötzen verhindert, dass die dazwischen eingeklemmten Glasstufen aus 3 x 8 mm VSG-Glas verrutschen können. Die Oberseite der Glastrittstufen wurde mit keramischen Siebdruckpunkten rutschsicher behandelt. Damit die Stufen auch bei Belastung unverschieblich gehaltert werden konnten, wurden diese mit Unterlegstreifen aus Neoprene-Hartgummi durch je zwei Imbusschrauben auf Pressung mit den Lamellen befestigt.
Bildnachweis: Archiv des Architekten
Bautafel
Architekt: Jan Wurm, Aachen
Mitarbeiter: Jochen Dahlhausen, Thomas Link
Bauherr: RWTH Aachen, Lehrstuhl für Baukostruktion I
Standort: Reiffmuseum in Aachen
Fertigstellung: 1998
Treppentyp: einläufig gerade Treppe mit Glasstufen