Bankgebäude in Wien/A
Vierläufige Treppen mit gemeinsamen Zwischenpodesten
Von der Straße kommend erkennt man nicht, wie sehr sich das Innere dieses Gebäudes nach dem Umbau verändert hat. Nach mehreren Umbauphasen in der Vorgeschichte des Hauses entkernten die Architekten den kompletten Innenhof und schufen dort zusätzlichen Raum und einen neuen Innenhof, der aus Energiegründen mit einer pneumatischen Luftkissenfolie überwölbt wurde.
Das Erdgeschoss des ehemaligen Hofes nimmt über die gesamte Fläche ein großer Konferenzsaal ein, der von oben über ein großes Oberlicht beleuchtet wird. Dieses Oberlicht kann mit Hilfe von LCD lichtundurchlässig geschaltet werden.
Die straßenseitigen Gebäude wurden renoviert, wobei jedoch keine größeren Eingriffe getätigt wurden.
Außer den beiden Brandmauern, die den Gebäudekomplex von den Nachbarn abschotten, wurden fast nur Fertigteile, Stahlverbundträger und Betonfertigteildecken eingesetzt. Karge Materialästhetik und eine raffiniert simple Belüftungstechnik prägen die Arbeitsweise dieses Büros.
Durch die Umstrukturierung konnte auch ein neues Erschliessungskonzept für den Gesamtkomlex geschaffen werden.
Treppe
Zwischen den beiden Nutzungen im Vorder- und Rückgebäude - unmittbar an den neuen Lichthof angrenzend - liegt ein Treppenhaus, das über fünf Geschosse mit zwei parallelen, jedoch gegenläufigen geraden Treppen mit Zwischenpodest eine fast barock zu nennende Vielwegigkeit zulässt.
Das Zwischenpodest, das alle vier Läufe verbindet und unkonventionell mit jeweils einer Brücke am Treppenaustritt ergänzt wird, ermöglicht ringförmige Bewegungsabläufe. Jeweils ein Mittelholm als Kastenträger übernimmt die Tragfunktion der Läufe aus Betonfertigteilen, die mit einem Stufenbelag aus hellem Sanndstein bekleidet sind.
Die Geländer schließen mit Edelstahl-U-Profilen als Handlauf ab. Das Geländer selbst besteht aus eingespannten satinierten Glas-Scheiben.
Bildnachweis: Werner Kaligofsky, Wien/A (Fotograf)
Bautafel
Architekten: Christian Jabornegg & András Pálffy, Wien/A
Mitarbeiter: Dipl.Ing. Joachim Pyka, Dipl.Ing. Bettina Randelzhofer
Projektleitung: HypoVereinsbank Zentralbereich Bauten und Betrieb, Dipl.Ing. Joachim Bonfig und Arch.Dipl.Ing. Mechthild Kaufmann
Tragwerk: Dipl.Ing.Dr. Karlheinz Wagner
Bauherr: SKWB Schoellerbank
Standort: Wien/A
Fertigstellung: 2000
Treppentyp: vierläufig gerade mit gemeinsamen Zwischenpodesten