Turnhalle in Frankfurt

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Gestapelte Sportfelder mit natürlicher Belichtung

Mit dem Neubau einer Turnhalle für das Heinrich-von-Gagern-Gymnasium konnte die bisher überbaute Fläche reduziert werden. Ein Großteil des Schulhofes bleibt für Freiraumaktivitäten bestehen und ein schöner alter Kastanienbaum kann auf dem Hof weiterwachsen. Möglich ist dies durch das Stapeln von zwei Spielfeldern und Umkleideräumen übereinander, die einen maroden Altbau ersetzen.

Die neue Turnhalle bezieht sich in Maßstab, Gestalt und Materialität auf die Nachbarbebauung. Notwendige Nebenräume wie Gerätelager, Sanitäranlagen und Umkleiden befinden sich in den nördlich und südlich angelagerten Gebäudeköpfen. Erschlossen wird die Halle über ein Treppenhaus im Süden, zusätzliche Fluchttreppen liegen im Norden. Den Eingangsbereich bildet ein etwa 8 m hohes Foyer mit Erschließung und Zugang zum Spielfeld im Erdgeschoss.

Jedes Sportfeld ist 15 x 27 m groß und natürlich belichtet. Die obere Halle ist 5,5 m hoch, die untere Halle verfügt über eine lichte Höhe von 7 m und ist ebenerdig zum Schulhof angeordnet. Eine 3 m hohe Glasfassade im Erdgeschoss ist auf der Halleninnenseite als flächenelastischer und transparenter Prallschutz ausgeführt und lässt Ein- und Ausblicke zu. Eingebaute Rollos sorgen bei Bedarf für Sichtschutz.

Aufgrund des speziellen Baugrunds und eines hohen Grundwasserspiegels sind die Fundamente auf Bohrpfählen mit Fundamentbalken ausgeführt. Tragende Wände, Decken und Dachtragwerk sind in Stahlbeton ausgeführt. Die Schwingungen der Decke der oberen Halle beim Sportbetrieb mussten begrenzt werden. Die Längswände sind daher vollständig geschlossen in Stahlbeton ausgeführt und wirken in ihrer gesamten Höhe als Träger. Im Verbund mit der Kassettenkonstruktion des Bodens der oberen Halle und der Oberlichtkonstruktion im Dach entstand ein Kasten, bei dem sich Wände und Decken gegenseitig stabilisieren. Schwingungen konnten so minimiert werden, Stützen entlang der Außenfassade im Erdgeschoss waren nicht erforderlich. Der Neubau ist angeschlossen an eine bestehende Solaranlage im Schulgebäude, seine Beheizung erfolgt über ein Deckenstrahlheizsystem.

Die Fassadenoptik ist geprägt durch einen umlaufenden Sockel aus Torfbrandklinkern, der sich an eine Erweiterung des Schulbaus von 1962 anlehnt. Die darüber liegenden Flächen sind verputzt und mit feinen Linien strukturiert.

Tageslichtnutzung/Lichtkonzept
Beide Sportfelder werden natürlich belichtet. Das Tageslicht tritt aber unterschiedlich ein und bewirkt damit auch die ganz verschiedenen Charaktere der beiden Turnhallen: Im Erdgeschoss erfolgt die Belichtung über Lichtbänder entlang der West- und Ostseite des Gebäudes, im Obergeschoss über gegen Norden geneigte Sheddächer.

Die Halle im Erdgeschoss ist zudem zum Schulhof hin durch eine Glasfassade belichtet. Die Glasflächen der Hallen sind mit manuellen und elektrisch gesteuerten Sonnenschutzanlagen versehen. Im Sommer werden die Hallen durch ein automatisch gesteuertes System zur Nachtauskühlung vor zu starker Erwärmung geschützt.

Bautafel

Architekten: Turkali Architekten, Frankfurt
Projektbeteiligte: König und Heunisch, Frankfurt (Tragwerk), Heike Poller, Hochbauamt der Stadt Frankfurt (Projektsteuerung)
Bauherr: Stadtschulamt Frankfurt a. M.
Fertigstellung: 2007
Standort: Bernhard-Grzimek-Allee 6-8, Frankfurt a. M.
Bildnachweis: Christian Eblenkamp, Rietberg

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