Produktionshalle in Schwanenstadt

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Faltwerk aus Holz mit verglasten Schnittflächen

Die Halle der Firma für Holzkonstruktionen sollte ein gutes Arbeitsumfeld bieten und gleichzeitig die Philosophie des Unternehmens transportieren. Die Architekten entwickelten ein Faltwerk, das an der Westseite aus dem Boden wächst, sich über die Produktionsbereiche spannt und anschließend an der Ostseite in einem weit auskragenden Vordach endet. Die Schnittflächen des Faltwerkes sind verglast und ermöglichen damit die Korrespondenz von Innenraum und umgebender Natur. Die Produktionsflächen von rund 3.500 m² werden mit Tageslicht durchflutet.

Das Holztragwerk der Produktionshalle besteht aus braun lasierten Dreischichtplatten. Die Fassade ist teilweise mit unbehandeltem Lärchenholz verschalt. Zusammen sollen diese beiden Holzarten an ein Stück geschnittenes Holz erinnern mit zerklüfteter Rinde und angegrauter Schnittkante. Elf zueinander verschränkte Platten überspannen die Halle in Längsrichtung und enden in einem Vordach, das 18 m weit auskragt. Sie ruhen auf Stützen im Abstand von 27 m und sind an den Rändern mit Stahlstreben kraftschlüssig verbunden. Es handelt sich um Holzsandwichelemente mit einer Höhe von insgesamt 44 cm, die beidseitig beplankt sind und dadurch genügend stabil. Die Elemente wurden werkseitig vollständig vorgefertigt.

Ganz wesentlich für das energetische Konzept des Baus mit Passivhausstandard ist der solare Wärmegewinn durch großzügige Verglasungen auf der Südseite. Die sommerliche Überhitzung wird durch eine zentral gesteuerte Nachtauskühlung kompensiert. Die Wände sind mit Hobelspänen gedämmt. Da diese beim Dach nicht zulässig sind, kommt dort recycelte Steinwolle zum Einsatz.

Lichtkonzept
Die Glasflächen in den Schnittkanten sind nach Süden orientiert und gewährleisten gleichmäßiges Tageslicht für die Produktionsflächen. Zusätzlich wird mit hellen und reflektierenden Dachfolien in den unteren Bereichen des Faltwerkes natürliches Licht in die Halle geführt. Die Glasflächen nach Süden sind ornamentiert und bewirken den Einfall von intensivem, aber blendungsfreien Tageslicht. Erst in der Dämmerung ist Kunstlicht erforderlich. Dieses ist stufenlos steuerbar und schafft konstante Lichtverhältnisse von mindestens 500 Lux für die Mitarbeiter. Die Leuchten mit Leuchtstoffröhren sind bündig in die Dachkonstruktion integriert.

Bautafel

Architekten: F2 Architekten ZT GmbH, Schwanenstadt
Projektbeteiligte: Obermayr Holzkonstruktionen, Schwanenstadt (Statik Holzbau); Zumtobel Staff, Linz (Lichtplanung)
Bauherr: Johann Obermayr GmbH & Co KG, Schwanenstadt
Fertigstellung: 2005
Standort: Johann-Pabst-Str. 20, Schwanenstadt
Bildnachweis: Obermayr Holzkonstruktionen, Schwanenstadt

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