Parkhaus in Coesfeld-Lette
Holzfassade für Licht und Luft
Mehrere beachtliche Bauten, unter anderem von David Chipperfield und Santiago Calatrava, stehen bereits auf dem Firmengelände des Textilunternehmens in Coesfeld-Lette. Nun ist nach der Planung von Birk und Heilmeyer Architekten auch ein anspruchsvolles zentrales Parkhaus entstanden. Das Gebäude befindet sich an der westlichen Grenze des Firmengrundstücks unweit vom Vertriebs-Center. Es ist in zwei gleich große Teile gegliedert und bietet insgesamt 500 Stellplätze. Der Bau schließt den Campus zum benachbarten Wohngebiet hin ab.
Die Aufteilung des Baukörpers in zwei spiegelsymmetrische Teile ist bedingt durch ein System von doppelgängigen Parkrampen, die sich im Inneren zu einer Kreisfahrt ergänzen. Die Fläche wird so optimal genutzt. Die Überwindung der Höhendifferenz erfolgt über Parkstraßen mit einer Neigung von 3,2 %, die Geschosshöhe beträgt 3,06 m. Die gegenläufig angeordneten Rampen ermöglichen getrennte Zu- und Abfahrten. Die Möglichkeit zum Rampenwechsel an den Kreuzungspunkten sorgt für einen schnellen Abfluss der Autos.
Die beiden Rampenkörper haben einen Abstand von 2,40 m zueinander und sind an den End- und Mittelpunkten miteinander verbunden. Der Zwischenraum gliedert und belichtet den Innenraum; er ähnelt einer Schlucht. Über zwei Kaskadentreppen gelangen die Fußgänger zum zentralen Ausgang. Alle Elemente zwischen den beiden Großformen sind aus Lichtgitterrosten gefertigt.
Die Fassade aus Holz soll an einen Gartenzaun erinnern, dem Parkhaus eine freundliche, helle Wirkung verleihen und zwischen Wohngebiet und Gewerbegebiet vermitteln. Die Kanthölzer aus Douglasie sind 4 cm breit. Ein zentrales Knicktor dient der Ein- und Ausfahrt. Der Knickpunkt liegt genau in Tormitte und damit in der Mitte des Baukörpers. Über einen Kettenantrieb im Einfahrtsgeschoss wird es geöffnet und geschlossen und schließt dann bündig mit der Fassade ab.
Lichtkonzept
Die Fassade des Parkhauses ist so konzipiert, dass viel natürliches Licht eindringt. Der Zwischenraum zwischen den Hölzern beträgt 9 cm, damit liegt der Öffnungsanteil der Fassade bei 70 %. Die "Schlucht" in der Mitte des Gebäudes dient als zusätzlicher Lichtraum. Die äußere Hülle erscheint aus verschiedenen Blickwinkeln transparent oder geschlossen. Der Baukörper wirkt monolithisch, ist aber dennoch natürlich belichtet und belüftet.
Bautafel
Projektbeteiligte: Knippers Helbig Beratende Ingenieure, Stuttgart (Tragwerksplanung); Wirtz International, Schoten/B (Landschaftsplanung); Müller Holzbau GmbH, Blaustein-Dietingen (Holzfassade)
Bauherr: Ernsting's Bau und Grund, Coesfeld-Lette
Fertigstellung: 2007
Standort: Firmen-Campus Ernsting's Family, Coesfeld-Lette
Bildnachweis: Christian Richters, Münster (1); Birk und Heilmeyer Architekten (2)
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