Mobile Life Campus in Wolfsburg

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Gefaltete Bandstruktur

Der Mobile Life Campus in Wolfsburg ist ein Gebäudekomplex, der vorrangig der Forschung und Lehre der so genannten AutoUni der Volkswagen AG dient. Er entsteht auf einem 15 ha großen Areal westlich der Innenstadt am Hageberg. Fünf Hauptgebäude sieht der Masterplan für das Gelände vor. Die von Gunter Henn entworfene fünfgeschossige Bauform folgt dem Leitgedanken eines gefalteten Bandes und wechselt wie bei einem Faltenwurf diagonal die Richtung. Bei einer Länge von 156 m, einer Breite von 54 m und einer Höhe von 22 m hat sie eine Bruttogeschossfläche von 25.000 m² für Büros, Vortrags- und Vorlesungssäle.

Innerhalb der Bandstruktur wechseln sich offene und geschlossene Zonen ab. Das Band selbst besteht aus Sichtbeton und ist an den Stirnseiten durch eine im Winkel von 68° geneigte Wandscheibe nach oben abgeschrägt. Im Inneren ist ein glasüberspanntes Atrium raumbestimmend, in dem die Erschließung über offene Treppenläufe erfolgt. Das Atrium dient als Hauptversammlungsort und bietet einen Kommunikationsraum.

Lichtkonzept
Belichtung und Beleuchtung sollen das Haus zu einem unverwechselbaren Ort werden lassen. Grundlegendes Element für eine effektivere Wahrnehmung und für die Beleuchtung der Arbeitsbereiche ist der Einsatz von viel Tageslicht. Als zusätzliche künstliche Allgemeinbeleuchtung der Arbeitsbereiche und Flure wurde eine Leuchte aus Kunststoff gewählt, die aus zwei transparenten Halbschalen zusammengesetzt ist und an Industrieleuchten erinnert. Ergänzt mit verschiedenen zusätzlichen Lampen und einem Ausblendraster in den Arbeitsbereichen, wird damit eine hohe Flexibilität erreicht - von der bildschirmgerechten Beleuchtung bis zur breiten und diffusen Strahlung für Flure.

Das glasüberdeckte Atrium ist das Zentrum des Gebäudes, stirnseitig verglaste Seminarräume ragen frei in den Luftraum hinein. Das Tageslicht fällt hier intensiv ein. Da sich Lichtfarbe und -intensität im Verlauf des Tages stark wandeln, wird das Tageslicht durch gebündeltes Kunstlicht unterstützt, dass zusätzlich die Architektur akzentuiert. Nachts dringt Licht aus den Fugen der Seminarboxen.

Lineare Leuchtstofflampen bilden Lichtbänder, die aus dem Außenbereich hinein ins Atrium führen. Zwischen den Bändern ist die Decke mit Streckmetall verkleidet. Darüber montiert sind Reflektoren von Hallenspiegelleuchten mit dimmbaren Halogen-Lampen. Der große Lichtkegel bildet sich auf dem Streckmetall als leuchtende Kreisfläche ab und sorgt für brillantes Licht bei Abendveranstaltungen.

Die Fassade des Gebäudes ist bewusst nicht angestrahlt, damit der Lichtaustritt aus den transparenten Flächen im Vordergrund steht. So bleibt der Wechsel zwischen offenen und geschlossenen Flächen auch abends deutlich.

Bautafel

Architekten: Henn Architekten, München
Projektbeteiligte: Werner Sobek Ingenieure, Stuttgart (Tragwerksplanung); Wolff & Müller, Stuttgart (Bauunternehmen), Regiolux, Königsberg (Leuchten), Kardoff Ingenieure, Berlin (Lichtplanung)
Bauherr: Wolfsburg AG, Wolfsburg
Fertigstellung: 2006
Standort: Hermann-Münch-Straße 1, Wolfsburg
Bildnachweis: Hans-Georg Esch, Hennef-Stadt Blankenberg (1,3,4), Regiolux GmbH (2)

Architektenprofil

HENN
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