Mehrzweckhalle einer Schule in Rüschlikon/CH

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Miniaturhäuser als Oberlichter

Die neue Mehrzweckhalle für die Schulanlage Rüschlikon ergänzt nicht nur den zergliederten Altbestand mehrerer Epochen, sondern schafft diesem auch eine neue Identität. Zentrales Element bleibt ein hohes Primarschulhaus aus dem beginnenden 20.Jahrhundert, weitere niedrigere bestehende Bauten bilden den Übergang zur umgebenden dörflichen Wohnbebauung. Die Anlage liegt unweit vom Zürichsee am Hang. Erforderlich waren neben einer größeren Turnhalle auch Räume für Verwaltung, Therapien und Mittagstisch. Der Hallenneubau ist in den Hang gebettet und von außen als gestaltete Topographie ablesbar. Die übrigen Nebennutzungen sind in einem Gebäude mittlerer Höhe am südöstlichen Geländerand untergebracht.

Das Dach der Halle dient nun als Pausenhof, der zwischen einer unteren und oberen Fläche der Schulanlage vermittelt. Verteilt auf diesem neuen Platz stehen kleine Häuser, die zunächst geheimnisvoll wirken. Bei näherem Hinsehen entpuppen sie sich als Oberlichter für die Turnhalle und schaffen Licht- und Sichtverbindungen zwischen oben und unten. Zudem gliedern sie den neuen Platz und bieten einen Rahmen für verschiedene Nutzungen wie den Adventsmarkt oder Workshops im Außenraum.

Die Gebäudevolumina und Fassaden orientieren sich an der umgebenden Bebauung. Die Konstruktion ist zweischaliges Mauerwerk, dessen äußere Schale mit hellem Schlämmputz überzogen ist. Damit erscheinen die Oberflächen aus der Entfernung homogen und eingebunden in das Ortsbild, aus der Nähe bleibt das Mauerwerk jedoch als lebendige Oberfläche sichtbar.

Tageslichtnutzung/Lichtkonzept
Aufgrund der unterirdischen Lage der Mehrzweckhalle sind für die Gestaltung und das Wohlbefinden im Inneren natürliches Licht, eine gute Orientierung sowie Sichtverbindungen nach außen von großer Bedeutung. Um eine "Kelleratmosphäre" zu verhindern und die Attraktivität der gesamten Anlage zu steigern, wurden vielfältige Sicht- und Lichtbezüge geschaffen.

Das natürliche Licht fällt vor allem durch die Oberlichthäuschen auf dem Dach der Halle. Genügt das Tageslicht nicht, wird es durch Kunstlicht unterstützt. Ist es für eine Veranstaltung wie z. B. ein Sporttunier erforderlich, können Storen den natürlichen Lichteinfall verhindern und die Halle wird ausschließlich künstlich belichtet. Bei Nutzung in den Abendstunden beginnen die Häuschen zu leuchten.

Bautafel

Architekten: Ramser Schmid Architekten, Zürich
Projektbeteiligte: Lüchinger & Meyer, Zürich (Statik)
Bauherr: Schulpflege Rüschlikon
Fertigstellung: 2006
Standort: Rüschlikon/CH
Bildnachweis: Ramser Schmid Architekten