Max-Ernst-Museum in Brühl

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Differenzierte Ausleuchtung

In Brühl, der Geburtsstadt von Max Ernst, waren bisher einige seiner Gemälde in einem kleinen Kabinett zu sehen gewesen. Mit dem 13 Millionen Euro teuren Museum setzt die Stadt dem bekanntesten deutschen Surrealisten nun ein Denkmal. Für die ständige Sammlung hat die Arbeitsgemeinschaft von van den Valentyn und smo Architektur das denkmalgeschützte Gebäude, das Benediktusheim von 1844, umgebaut und erweitert.

Zwischen den beiden Gebäudeflügeln der klassizistischen Anlage befindet sich nun der Eingang in einem zweigeschossigen Glasriegel. Von hier aus wird auch der vorgelagerte, unterirdische Gebäudetrakt erschlossen, der einen 500 m² großen und 5 m hohen Wechselausstellungbereich sowie einen Veranstaltungssaal für ca. 350 Personen beinhaltet. Dieser erhebt sich in der Breite des Benediktusheims einen Meter über das Parkgelände und dient als Podest für die Skulpturen des Künstlers. So schont der unterirdische Neubau den weithin offenen Park und dient gleichzeitig dem Ausstellungskonzept: Die Besucher tauchen beim Übergang aus den Räumen des Altbaus über das mit Tageslicht durchflutete Foyer in die unterirdischen Räume gleichsam in die unterbewusste Welt der Surrealisten.

Die klare Ordnung des Rasters bei der Stahlkonstruktion des Glaspavillons und den Steinfugen der Terrasse stehen dabei im Kontrast zu den expressiven und lebendigen Kunstwerken wie etwa der Bronzeskulptur „Lehrerkollegium einer Schule für Totschläger“.
Die Erweiterung des denkmalgeschützten Altbaus erhielt eine Anerkennung im Rahmen des Licht-Architektur-Preises 2005.

Lichtkonzept
Der Besucher sieht vom umfangreichen Volumen des Anbaus zunächst nur den lichten Eingangspavillon, von dem aus eine Treppe ins Untergeschoss führt. Begehbare Glasflächen stellen den Bezug nach oben her und lassen Tageslicht in den Ausstellungssaal dringen. Im Eingangsbereich sorgen Lightcast Downlights mit Niedervolt-Halogenlampen für blendfreies und brillantes Licht. Diese kleinen und robusten Lampen verfügen über eine höhere Lichtausbeute als gewöhnliche Glühlampen bei einer viermal so hohen Lebensdauer.

Im Ausstellungssaal wurde die Beleuchtungstechnik in Installationskanälen in der Betondecke montiert. Dabei kombinierten die Lichtplaner diffus abstrahlende Leuchten hinter satinierten Abdeckungen mit kardanischen Richtstrahler-Einsätzen für die Akzentbeleuchtung. Mit Rollos kann das durch die Oberlichter strömende Tageslicht reguliert oder für mediale Präsentationen reduziert werden.

Die Exponate im hellen Altbau werden durch eine Akzentbeleuchtung durch Strahler und Wandfluter hervorgehoben. Die Wandfluter schaffen eine gleichmäßige und weitgehend reflexfreie Ausleuchtung selbst jener Werke, die aus Sicherheitsgründen hinter einer Plexiglasscheibe hängen.

Bautafel

Architekten: Architektenarbeitsgemeinschaft van den Valentyn Architektur, smo Architektur, Köln
Projektbeteiligte: Zibell Willner & Partner, Köln (Gebäudetechnik); DOM, Brühl (Sicherheitstechnik); Licht Kunst Licht, Bonn / Berlin (Lichtplanung); Erco Leuchten, Lüdenscheid (Leuchten)
Bauherr: Stadt Brühl
Fertigstellung: 2005
Standort: Comesstraße 42, Brühl
Bildnachweis: Van den Valentyn Architektur, Köln

Architektenprofil

VAN DEN VALENTYN ARCHITEKTUR
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