Laborgebäude des Bundesamtes für Seeschifffahrt in Hamburg
Transluzente Profilglasfassade
Das neue Laborgebäude des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie bietet auf insgesamt 2.300 m² Hauptnutzfläche Platz für etwa 50 Mitarbeiter. Es ersetzt teilweise Bauten aus den 60er Jahren. Ein winkelförmiger Labortrakt blieb bestehen und umschließt nun zusammen mit dem Neubau U-förmig einen Innenhof.
Das Technikgeschoss und das Treppenhaus wurden als Stahlkonstruktion mit semi-transluzenter Fassade aus Profilbauglas ausgeführt. Die Transparenz und leichte Erscheinung des Baukörpers war von besonderer Bedeutung, da das Baugrundstück in einem Naturschutzgebiet liegt. Die Bauaufsicht hatte im Vorfeld nur zwei oberirdische Vollgeschosse zugelassen, änderte jedoch aufgrund der Gestaltung ihre Vorgabe.
Zum Raumprogramm der beiden ersten Geschosse gehören verschieden große Labor- und Messräume sowie Sonderbereiche, wie ein Radionuklidlabor und ein so genanntes "Low-Level-Labor" für Messungen mit Abschirmung der Umgebungsstrahlung. Das Laborgebäude ist zweibündig organisiert, eine räumliche Aufweitung teilt und gliedert die langen Flure etwa in der Mitte. In diese Aufweitung schieben sich zwei kleine Räume mit abgerundeten Ecken.
Farbliche Akzente setzten die Architekten im Innenraum mit horizontalen und vertikalen Flächen in Korallenrot. Die bestehende Bibliothek und der Speiseraum wurden vollständig erneuert und Wände un Decke mit Holzoberflächen aus amerikanischer Kirsche verkleidet. Damit bilden sie einen deutlichen Kontrast zu den anderen Oberflächen, die vorrangig unter funktionalen und hygienischen Gesichtspunkten gewählt wurden.
Lichtkonzept
Die Fassadenelemente aus Gussglas und grünlichen Glastafeln erinnern in Oberfläche und Farbe an das Meer und thematisieren damit den Tätigkeitsbereich der Mitarbeiter im weitesten Sinne. Die halbtransparenten Fassaden wirken zudem als transluzente Wärmedämmung, die im Sommer gegen Überhitzung schützt. Durch die Glaselemente tritt gedämpftes Tageslicht ins Gebäudeinnere. Besonders intensiv leuchten die korallenroten Wände durch das sanft gestreute, gleichmäßig einfallende Tageslicht.
Die Fassade besteht aus vorgehängten hinterlüfteten Profilglaselementen mit weißer Dekoreinlage. Die opaken Elemente lassen den gesamten Baukörper sehr homogen wirken. Erst durch die Beleuchtung wird die unterschiedliche Durchlässigkeit sichtbar.
Bautafel
Architekten: von Mansberg, Wiskott + Partner, Hamburg
Projektbeteiligte: Wetzel & von Seht, Hamburg (Statik); Ingenieurbüro Poggensee, Hamburg (Haustechnik)
Bauherr: Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Bau und Verkehr
Fertigstellung: 2006
Standort: Wüstland 2, Hamburg
Bildnachweis: von Mansberg, Wiskott + Partner