Institut für Ostseeforschung in Warnemünde

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Erweiterungsbau mit Tageslichtnutzung

Das Leibniz-Institut für Ostseeforschung (IOW) besteht aus den vier Fachsektionen Physikalische Ozeanografie, Meereschemie, Biologische Meereskunde und Marine Geologie. Es wurde 1992 als Nachfolger des Instituts für Meereskunde Warnemünde gegründet und ist der Universität Rostock angegliedert. 2007 erhielt es einen architektonisch markanten Erweiterungsbau. 

Der im November 2007 nach zweijähriger Bauzeit fertig gestellte neue Teil des Instituts ging als 1. Preis aus einem Wettbewerb hervor, den die Berliner Architekten Krüger Schubert Vandreike gewannen. Der Baukörper besteht aus einem Quader, der unmittelbar an das bestehende Labor- und Verwaltungsgebäude angrenzt. Er liegt am nördlichen Teil des Kurparks, etwas zurückgesetzt hinter den Villen der Strandpromenade des Ostseebads. Als zusätzliche Nutzungen wurden nun Flächen für eine Bibliothek, verschiedene Labore und Büroräume erstellt, die sich auf 1200 m² Hauptnutzfläche verteilen. Der Neubau und das bestehende Gebäude sind ab dem ersten Obergeschoss räumlich miteinander verbunden.
 
Tageslichtkonzept
Als besondere Herausforderung erwies sich für die Planer die funktionale Anordnung der verschiedenen Nutzungen und deren unterschiedlicher Tageslichtbedarf. Da der Baukörper durch die unmittelbare Angrenzung an das bestehende Gebäude und durch seine städtebauliche Positionierung nur über zwei Schmal- und eine Längsseite verfügt, mussten die Räume so platziert werden, dass sie einerseits funktional sinnvoll aneinander anschließen und andererseits die optimale Tagesbelichtung erhalten. Während die Isotopen- und Reinstraumlabore keinerlei Sonneneinstrahlung vertragen und demzufolge konsequent im Norden angeordnet wurden, liegen die Büroräume mit entsprechendem Sonnenschutz an der Südfassade.
 
Der Altbau verfügt über vier unterschiedliche, der dahinter liegenden Raumnutzung entsprechende Sonnenschutzsysteme (Markisen, Blendschutzrollos, Sonnenschutzglas, Vertikaljalousien), die sich jedoch alle in der Nutzungszeit nicht optimal bewährt haben. Deshalb werden die Büros im Erweiterungsbau auf Wunsch des Bauherrn lediglich durch innen liegende Jalousien und Sonnenschutzglas verschattet. Die Jalousien verfügen im oberen Fensterbereich über Tageslichtlenklamellen, die das Tageslicht in Raumtiefe transportieren.

Zur weiteren Tageslichtversorgung in der Tiefe des Gebäudes umschließt der quaderförmige Baukörper ein geschossübergreifendes Atrium, welches das neue Zentrum des gesamten Ensembles bildet. Das mit Sonnenschutzverglasung ausgerüstete Atriumglasdach belichtet das Foyer und die angrenzenden Flure. Zur Vermeidung einer möglichen Überhitzung wurden Lüftungsklappen im Glasdach vorgesehen, durch welche die warme Luft abtransportiert werden kann.
 
Die Fensteröffnungen wurden durchgehend bündig in die Fassade eingesetzt, so dass keine Verschattungen durch Fensterlaibungen oder andere Vor- und Rücksprünge entstehen können. Die gestalterisch dominierenden Fensterbänder sind innerhalb des ansonsten glatten, grauen Außenputzes mit hellem Naturstein umrahmt. Die Grundrissaufteilung lässt sich an den Breiten der Fensterbänder ablesen. 

Das Gebäude wirkt sowohl schlicht als auch markant und stellt eine eindeutige Bereicherung des vorhandenen Ensembles dar, es setzt im traditionsreichen Ostseebad gestalterisch neue Akzente.

Bautafel

Architekten: KSV Krüger Schuberth Vandreike, Planung und Kommunikation GmbH, Berlin
Projektbeteiligte: Wetzel & von Seht , Berlin (Tragwerksplanung); Arge Planung, Elmenhorst (Haustechnik); Utke Bau GmbH, Teterow (Rohbau); Thoms Fassadentechnik GmbH, Rostock (Stahl-Glas-Elemente); Metallbau Kettner GmbH, Stäbelow (Glasdach); Eikboom GmbH, Rostock (Tischlerarbeiten/Innenausbau); Spoma Parkett- und Ausbau GmbH, Magdeburg (Trockenbauarbeiten); Lauster Steinbau GmbH, Suttgart (Natursteinfassade); Tesche Elektroanlagen GmbH, Gelbensande (Elektro und IT)
Bauherr: Betrieb für Bau- und Liegenschaften, Mecklenburg-Vorpommern
Fertigstellung: 2007
Standort: Seestraße 15, Rostock-Warnemünde
Bildnachweis: KSV Krüger Schuberth Vandreike, Berlin

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