FIFA Hauptsitz in Zürich/CH
Tageslicht und Metallgewebe
Das neue Hauptgebäude des Weltfußballverbandes (FIFA) in Zürich vereint alle Mitarbeiter des Verbandes unter einem Dach. Der längliche graue Bau, unweit des Züricher Zoos gelegen, ist teilweise im Gelände versenkt und bietet Raum für 300 Arbeitsplätze. Er dient zudem als Konferenzzentrum und Archiv.
Durch das zurückgesetzte Erdgeschoss scheint der 140 m lange, 47 m breite und 12 m hohe Baukörper zu schweben. Tagsüber erscheint das Gebäude körperhaft, abends als transparent schimmernde Skulptur. Die beiden Obergeschosse und fünf Untergeschosse verfügen über eine Fläche von insgesamt 37.400 m². Ein diagonal verwebtes, gespanntes Metallnetz umhüllt die Fassade. Hinter einer unscheinbaren Tür, die als Eingang dient, öffnet sich die helle Eingangshalle in der Größe eines Fußballfeldes. An die Halle angeschlossen sind begrünte Innenhöfe, um die Büros gruppiert sind. Der große Konferenzsaal, der sich im ersten Stock im Gebäudekopf befindet, ragt in die darunterliegende Eingangshalle hinein. Im Untergeschoss befinden sich ein weiterer Konferenz- sowie ein Meditationsraum aus hinterleuchteten Onyxplatten, der in einen mit grauen Steinwänden ausgekleideten Raum hineingestellt ist. Im Inneren befinden sich nur zwei Bänke. Cafeteria, Kommunikationszentrum und Wellness-Bereich ergänzen das Raumprogramm.
Die Großform ist durch eine klare Wegeführung übersichtlich gegliedert. Die Wände sind verkleidet mit Stein, Nussbaumfurnier, Aluminium und Chromstahl. Jeder Korridor mündet in einer kleinen Lounge mit Blick auf die Landschaft.
Lichtkonzept
Eine metallisch schimmernde Gewebehaut ist als Hülle vor die tragende Fassadenstruktur gespannt. Je nach Tageszeit und Lichteinfallswinkel verändert sich das Erscheinungsbild des Baus: Die Gewebehülle entwickelt entweder geschlossene Körperhaftigkeit oder erscheint bei verändertem Lichteinfall transparent. Dann werden die dahinter liegenden Schichten – tragende Fassade und umlaufende Funktionsstege – wie durch einen diffusen Filter sichtbar.
Die Gewebehaut besteht aus 312 Einzelbahnen aus Edelstahl, die schräg und nach außen hängend als Blendschutz vor die Fassade montiert sind. Das Tageslicht gelangt so gefiltert nach innen. Horizontal gespannte Fassadenabschlüsse verstärken die dreidimensionale Wirkung der Hülle. Das Gewebe ist naturfarben eloxiert. Die tragende Struktur übernimmt eine eigens für diesen Bau entwickelte Elementfassade mit festverglasten Feldern und schmaler, vertikaler Lüftungsklappe für die natürliche Lüftung. Die Lüftungsklappen werden über in die Profile der Fassade integrierte Antriebe gesteuert. Sie sorgen für eine ausreichende Lüftung und gewährleisten darüber hinaus den Rauch- und Wärmeabzug.
Bautafel
Architekten: Tilla Theus und Partner, Zürich
Projektbeteiligte: Vogt Landschaftsarchitekten, Zürich (Landschaftsplanung); Emmer Pfenninger Partner AG, Münchenstein/CH (Fassadenplanung); GKD - Gebr. Kufferath AG, Düren (Edelstahlgewebe); Aepli Metallbau, Gossau und Surber Metallbau, Zürich (Ausführung Fassade); Hydro Building Systems AG, Mägenwil/CH (Elementfassade, Aluminiumprofilsystem)
Bauherr: FIFA (Fédération Internationale de Football Association), Zürich
Fertigstellung: Mai 2007
Standort: Zürich
Bildnachweis: FIFA Francesca Giovanelli, Weiningen
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