Bloch Building in Kansas City/USA
Natürlich belichtet mit transluzenter Verglasung
Der Erweiterungsbau des 1933 als neoklassizistischer Prunkbau errichteten Nelson Atkins Kunstmuseums in Kansas City, ist nach dem Vorsitzenden des Board of Trustees, Henry W. Bloch, benannt. In diesem Neubau wird die Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst des Hauses gezeigt. Der langgestreckte, größtenteils unterirdische Baukörper ist rechtwinklig zum Altbau angeordnet und formt mit diesem einen Eingangshof. In diesem Hof bildet ein glattes Wasserbecken eine spiegelnde Fläche, unter der sich die Tiefgarage befindet.
Aus der hügeligen Topographie des Geländes ragen fünf längliche transluzente Glaspavillons heraus. Sie sind durch unterirdische Räume miteinander verbunden und dienen vor allem der natürlichen Belichtung der Kunstwerke. Am höchsten Geländepunkt ist mit dem Eingangspavillon der schmalste und doch größte Glaskörper angeordnet. Hier befinden sich neben dem Übergang zum Altbau Veranstaltungsräume, Verwaltung, ein Café und die Bibliothek. Der Eingangspavillon liegt parallel zur Erschließungsachse, die als Rampe oder über einzelne Stufen durch die Ausstellungsräume führt. Sie werden durch die transluzenten Körper gegliedert. Im Rahmen der Errichtung des Bloch Building wurde der Raum zwischen Neubau und Altbau zu einem Skulpturengarten umgestaltet.
Lichtkonzept
Trotz unmittelbarer Nachbarschaft konkurrieren Alt- und Neubau in keiner Weise miteinander. Dies liegt an der zurückhaltenden Gestaltung und reduzierten Materialwahl bei den Neubauten. Außen herrschen weiße, transluzente Glasfassaden vor. Auf den terrassenförmig abfallenden Grasflächen durchbrechen die Glaskuben mit ihrer leichten Anmutung die strenge Symmetrie des Altbaus. Die Architekten bezeichnen sie als optische Linsen - aufgrund der Form, aber auch aufgrund der Art, wie das Tageslicht durch sie hindurch fällt.
Besonders nachts wirken die Glaskuben skulptural. Tagsüber ermöglicht die transluzente Verglasung die natürliche Belichtung der darunter liegenden Ausstellungsflächen. Das einfallende diffuse Tageslicht erzeugt in den unterirdischen Räumen eine helle, angenehme Atmosphäre. Vereinzelte transparente Elemente innerhalb der Glaskörper stellen den Bezug zum Außenraum her, indem sie immer wieder Ausblicke auf die Skulpturen im Garten freigeben.
Die transluzente Hülle besteht aus U-Profilgläsern mit reduziertem Eisenanteil, um Farbeffekte der Gläser zu minimieren. Auf der Innenseite der Verglasung streut eine Kapillareinlage das Tageslicht weich in die Ausstellungsräume. Die Einlage aus Polymethylmetacrylat (PMMA) weist sehr hohe Lichttransmissionswerte auf und schützt die Kunstwerke im Nelson Atkins Museum zugleich vor UV-Strahlung.
Bautafel
Projektbeteiligte: Gould Evans Associates and Olin Partnership, Kansas City (Landschaftsarchitekten); Guy Nordenson and Associates, New York (Statik); Renfro Design Group, New York (Lichtplanung); Okalux, Marktheidenfeld (Kapillareinlage im Glas)
Bauherr: The Nelson-Atkins Museum, Kansas City/USA
Fertigstellung: 2007
Standort: Oak Street Kansas City
Bildnachweis: Andy Ryan Photography, Cambridge/USA