Cologne Oval Offices in Köln

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Fassade mit farbigen Sonnenschutzlamellen

Die beiden neu errichteten sechs- und siebengeschossigen Bürogebäude, Cologne Oval Offices (COO), erhielten ihren Namen vermutlich aufgrund ihrer Formgebung. Mäanderförmig geschwungen fügen sie sich in die Umgebung ein und umschließen dabei jeweils ein ovales, nicht überdachtes Atrium. Zwischen Hafengelände und einem alten Villenviertel am Kölner Rheinufer gelegen, sind die aus Stahlbeton konstruierten Gebäude von einem besonderen Äußeren geprägt. Nicht nur die ungewöhnliche Form des Grundrisses fällt ins Auge, auch die farbigen Lamellen, die flächendeckend die Glasfassade umschließen und den Sonnenschutz bilden, verleihen den beiden Neubauten eine besondere Ästhetik.

Die Berliner Architekten, Matthias Sauerbruch und Louisa Hutton, entwickelten einen Entwurf, der sich nicht nur durch seine gestalterische Eigenständigkeit, sondern auch durch ein angenehmes Raumklima und einen geringen Energieverbrauch auszeichnet. Das Energiekonzept sieht vor, die beiden Gebäude durch die zahlreichen Sonnenschutzlamellen vor sommerlicher Überhitzung zu bewahren. Darüber hinaus wird das Uferfiltrat des nahe gelegenen Rheins als Kältequelle genutzt: Das Wasser aus zwei 30 Meter tiefen Brunnen dient mit seiner gleich bleibenden Temperatur von 14 bis 16 Grad Celsius zur Kühlung der beiden Bürogebäude. Durch dünne Rohrleitungen gepumpt, die im Deckenputz liegen, gibt es die Kälte über die Deckenflächen an den Raum ab. Im Winter wird es vorher mit einem Fernheizsystem über einen Wärmetauscher auf die nötige Temperatur von etwa 22 Grad Celsius erwärmt. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung rundet das Energiekonzept ab. Das Ansaugen der Frischluft erfolgt über mehrere Türme von außen. Anschließend wird sie mittels Wärmetauscher erwärmt und in die Büroräume befördert. Für die Cologne Oval Offices wurde ein jährlicher Primärenergiebedarf von 105 kWh/m² errechnet. Die Gebäude erhielten das Green-Building-Siegel der EU-Kommission.

Tageslicht und Sonnenschutz
Über die Glasfassade und über den ovalen, vom Baukörper umschlossenen und nach oben offenen Innenhof erhalten alle Büroräume hinreichend Tageslicht, sodass der Kunstlichtanteil an den Arbeitsplätzen minimiert werden kann. Ein Tageslichtsensor ermittelt automatisch die jeweilige Tageslichtmenge im Raum und regelt die Beleuchtungsstärke über eine tageslichtabhängige Kunstlichtsteuerung. 

Sonnenschutz bieten die vertikal angeordneten, gläsernen Klappläden, die das Fassadenbild der beiden Gebäude zum Blickfang machen. Jeder einzelne Klappladen besteht aus zwei fest miteinander verbundenen Glasscheiben, zwischen die eine perforierte Folie wie ein Lochblech eingefügt wurde. Das der Natur nachempfundene Farbkonzept dieser Folien (Sommer- und Herbstlaub) sorgt nicht nur für eine auffallende Fassade, sondern auch für besondere Lichtverhältnisse in den Innenräumen. Bei dem an der Uferstraße gelegenen Gebäude erfolgte eine Farbauswahl von sieben unterschiedlichen Rottönen, bei dem dahinter platzierten Baukörper herrschen im Wesentlichen changierende Grüntöne vor.

Durch einen Sonnenstandswächter auf dem Dach wechseln die Glasklappläden - je nach Sonnenstand und Lichteinfall - ihre Stellung, sodass die Fassaden sich ständig verändern. Der Sonnenschutz wird auf diese Weise nur dann geschlossen, wenn es tatsächlich notwendig ist. Da jedes Fenster über einen eigenen Motor angesteuert werden kann, lassen sich die paarweise angeordneten Lamellen, die im geschlossenen Zustand die jeweilige Fassadenöffnung ganzflächig verdecken, auch für eine einzelne Fensteröffnung gemeinsam bewegen. Die dahinter liegende Glasfassade wurde zusätzlich mit einer Wärmeschutzbeschichtung versehen. Die Lamellen weisen in geschlossenem Zustand einen Gesamtenergiedurchlassgrad von 22 % auf. Durch die Beschichtung auf den Isolierglasscheiben sinkt der g-Wert insgesamt auf 12 %. 

Die transluzente, perforierte Fläche sorgt für einen gedämpften, aber ungewöhnlichen, leicht farbigen Tages- und Sonnenlichteinfall und stellt gleichzeitig einen wirksamen Sichtschutz von außen dar. Ihre Uneinsehbarkeit von außen bewirkt jedoch auch, dass im geschlossenen Zustand der Lamellen der Ausblick von innen nur eingeschränkt möglich ist. Diese Art der Verschattung über eine gemusterte Fläche wird auch als „Laubbaumeffekt“ bezeichnet.

Bautafel

Architekten: Sauerbruch & Hutton, Berlin
Projektbeteiligte: Meag Munich Ergo Asset Management, München (Realisierung); Drees & Sommer, Köln (Projektsteuerung); Dobler Metallbau, Deggendorf (Fassade); Transsolar Energietechnik, Stuttgart/München (Energiekonzept); Zibell, Willner & Partner, Köln (Technische Gebäudeausrüstung); Müller BBM, Berlin (Bauphysik); Ingenieurgemeinschaft Agne-Wahlen-Daubenbüchel, Köln/Berlin (Tragwerksplanung); Steindl Glas, Itter/A (Sonnenschutz);
Bauherr:
DKV Deutsche Krankenversicherung Köln
Fertigstellung: 2009
Standort: Gustav-Heinemann-Ufer, Köln-Bayenthal

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