Ausstellungs- und Verkaufsgebäude in Erkheim

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Werbewirksame Fassade mit Holzlamellen

Die so genannte HausSchneiderei für einen Hersteller ökologischer Fertighäuser ist eine Kombination aus Ausstellungs- und Bemusterungsgebäude als Themenpark mit Beratungs- und Planungsservice. Auf Grund der Lage in direkter Sichtbeziehung zur Autobahn sind die Längsseiten des Hauses vollständig geschlossen.

Das eingeschossige Gebäude scheint leicht über dem Gelände zu schweben und ist konzeptionell introvertiert geplant - die einzelnen Nutzungsbereiche sind über eine Vielzahl von Atrien und Innenhöfen gegliedert und belichtet. Jeder Innenhof ist einem anderen Thema gewidmet und erlaubt differenzierte Ein- und Ausblicke. Im Foyer ermöglicht eine raumhohe Panoramaverglasung den freien Blick auf die Alpen. Als Entscheidungshilfe sind auf einer Gesamtfläche von etwa 1.700 m² verschiedene Raumsituationen in unterschiedlichen Stilrichtungen ausgestellt; ergänzend gibt es sogenannte "Arbeitsbereiche“, in denen Kunden alternative Materialkombinationen individuell zusammenstellen können.

Das Gebäude mit einer Grundfläche von etwa 62 x 30 m ist komplett aus Holz, vorgefertigt und mit einer dampfdiffusionsoffenen Holzschnitzeldämmung versehen. Im Inneren tragen Holzstützen die Dachschale. Für die Holzkonstruktion kamen weitgehend ökologische Materialien und Werkstoffe zum Einsatz und auch das Energiekonzept richtet sich mit Erdsonden und Photovoltaik nach ökologischen Standards.

Sonnenschutz
Die zweischalige Fassade der geschlossenen Längsseiten ist konstruiert aus senkrechten Brettern vor sich kreuzenden Latten, die Rauten bilden. Die Geometrie des Rautenmusters scheint sich zu verändern, wenn sich der Betrachter bewegt. Die Lamellenstruktur erzeugt mit dem Effekt der Interferenz im Vorbeigehen oder Fahren bewegliche Muster. Auch der auf den senkrechten Latten aufgebrachte Firmenname ist nur aus bestimmten Entfernungen und Winkeln wahrnehmbar.

Zu den Innenhöfen dienen die Holzleisten als Sonnen- und Sichtschutz. Unterschiedlich dicht aneinandergereiht und in Plattenformat an eine Unterkonstruktion gehängt, bieten die Leisten unterschiedliche Gestaltungsoptionen. Vor den Fenstern können sie hoch geklappt werden.

Auf der direkt der Autobahn zugewandten Fassade nach Norden sind Fassadenmuster des Unternehmens in großformatigen, trichterförmigen Bilderrahmen inszeniert. Als indirekte Werbeträger werden sie im Vorbeifahren wie Bilder wahrgenommen.

Bautafel


Architekten:
a.ml und partner, Nürnberg
Projektbeteiligte: Ingenieurbüro Ulm, Uttenreuth (Tragwerksplanung); Michael Schmidt, München (Lichtplanung); Christine Volm, Sindelfingen (Gartenplanung); Agnes Keil, Memmingen (Kunst am Bau)
Bauherr: Baufritz, Erkheim
Fertigstellung: 2005
Standort: Eidlerholzweg, Erkheim
Bildnachweis: Mila Hacke, Berlin
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