Wohn- und Bürogebäude in München
Integrierte Aluminium-Rollläden
Im Münchener Stadtteil Laim hatten sich Ende des 19. Jahrhunderts nach dem Bau eines wichtigen Rangierbahnhofes viele industrielle Betriebe angesiedelt. Heute sind viele dieser Betriebe umgezogen oder gänzlich verschwunden, sodass insgesamt ein hoher Anteil an Brachflächen zu verzeichnen ist. Immer häufiger werden diese verlassenen Flächen für Nachverdichtungen genutzt. Ein Beispiel dafür ist ein von Goetz Hootz Castorph Architekten und Stadtplaner errichtetes Büro- und Wohnhaus, das eine bis dahin mit Garagen belegte Hinterhof-Fläche besetzt.
Auf 820 m² Bruttogeschossfläche ist eine Kombination aus Büro- und Wohnhaus entstanden. Im Erdgeschoss sind die Büroräume des Bauherren untergebracht, darüber befinden sich drei Mietwohnungen unterschiedlicher Größe. An den Neubau grenzt ein als Maisonette angelegtes Stadthaus. Die Wohnräume sind nach Süden ausgerichtet und haben einfach und klare Grundrisse, sodass sie sowohl Einzel- als auch Mehrpersonenhaushalten entsprechen können. Balkone und Loggien sorgen zusammen mit den beiden grünen Hofbereichen für eine hohe Aufentshaltsqualität im Freien.
Die beiden Baukörper haben für das Qaurtier typische, verputzte Lochfassaden. Erst beim zweiten Blick fällt auf, dass die Farbe der Außenwandflächen leicht changiert. Zurückzuführen ist dies auf den hellgrauen Putz, der mit geringen Helligkeitsabstufungen aufgetragen wurde und die unterschiedliche Wirkung der Oberflächen je nach Sonnenstand und Himmelsrichtung unterstreicht. Die Dächer wurden als Edelstahldächer ausgeführt und schließen die Gebäude zum Farb- und Materialkonzept passend ab. Von außen nicht sichtbar ist eine auf den Dächern angebrachte Photovoltaikanlage.
Sonnenschutz
Die Fenster wurden als Holzaluminiumfenster mit breiten Rahmen gefertigt. Im EG sind sie raumhoch, was für eine hohe Tageslichtausbeute sorgt. Das matte Grau der Fensterrahmen findet sich auch in den Aluminium-Lüftungslamellen wieder, die die Luftströmung regeln.
Die Fenster der Wohnungen sind unterschiedlich groß und wirken, da sie keiner klaren geometrischen Ordnung folgen, wie zufällig in die Fassade eingeschnitten. Aluminium-Rollläden dienen den nach Süden orientierten Wohnräumen als Sicht- und Wärme-, aber auch als Schall- und Einbruchschutz. Um die Ebenmäßigkeit der Fassade nicht zu stören, wurde ein Vorbau-Rollladensystem ausgewählt, das sich in die Fassade integrieren lässt. Die Rollladenkästen verschwinden jeweils hinter einem frontseitig angebrachten Putzträger (siehe Abbildungen 11 und 12). Die Revisionsblenden bleiben auch nach dem Verputzen durch die seitlichen Friese voll beweglich. -ap
Bautafel
Architekten: Goetz Hootz Castorph Architekten und Stadtplaner, München
Planungsbeteiligte: Ingenieurbüro für Baustatik und Tragwerksplanung Joachim Eiermann, München (Tragwerksplanung); blplan, Seeshaupt (Tragwerksplanung); Ingenieurgesellschaft für Energie- und Gebäudetechnik Teuber und Viel, München (HLS-Planung); Wolfgang H. Niemeyer Landschaftsarchitekt, München (Landschaftsplaner); Rettenbacher und Förg, Laufen (Fensterarbeiten); Rudolf Brauns, Siegsdorf (Fensterarbeiten); Roma, Burgau (Rollläden)
Bauherr: Gussbau Grundstücksverwaltung und Baubetreuung, München
Fertigstellung: Dezember 2006
Standort: Helmpertstraße, München-Laim
