Verwaltungsgebäude des Energiekonzerns Eon in Salzgitter

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Bewegtes Fassadenspiel aus rostroten Streckmetall-Lamellen

Erst 1942 von den Nationalsozialisten gegründet, nimmt die niedersächsische Stadt Salzgitter bis heute eine Sonderstellung unter den deutschen Großstädten ein. Sie setzt sich aus sieben Ortschaften und 31 Stadtteilen zusammen; eine gewachsene Stadtmitte gibt es nicht. Als Zentrum kann am ehesten der Ortsteil Lebenstedt angesehen werden. Er ist der bevölkerungsreichste Bezirk und Sitz der Stadtverwaltung. Zwischen dieser und dem Amtsgericht ergänzt jetzt ein neues Bürogebäude nach Plänen des Hamburger Büros BOF Architekten das Stadtgefüge. Es ist die Zentrale für den technischen Verwaltungsbereich des regionalen Energieversorgers Eon Avacon.

Städtebaulich nimmt der rostrote Neubau bzw. seine südliche Positionierung auf der parkähnlich gestalteten Grundstücksfläche eine wichtige Rolle ein. Als grüner Korridor ausgebildet, stellt sie als öffentlich zugängliche Freifläche den Übergang zwischen der Fußgängerzone im Osten und dem Salzgittersee im Westen her. Unter dieser Parklandschaft befindet sich die Garage des Bürohauses, die über schmale Lichtbänder und organisch geformte Öffnungen natürliches Tageslicht erhält.

Das dreigeschossige Gebäude bietet mit einer Bruttogeschossfläche von 8.436 m² Platz für rund 300 Mitarbeiter. Auf dem annähernd trapezförmigen Grundriss gruppieren sich alle Räume um ein großzügiges, zentral angelegtes Atrium. Besucher und Mitarbeiter betreten das Gebäude über einen großen Vorplatz auf der Ostseite. Im Inneren des rundum leicht zurückversetzten Erdgeschosses angelangt, müssen sie zuerst eine Zugangskontrolle passieren, bevor sie über eine große Freitreppe mit gläsernem Aufzug in die Büros gelangen. Neben einer Cafeteria mit Terrasse auf der südlichen Gebäudeseite sind im Erdgeschoss außerdem Konferenz- und Besprechungsräume angelegt. Die Büroeinheiten in den zwei oberen Etagen orientieren sich entweder nach innen zum Atrium oder zum Außenraum, der Mittelgang dazwischen ist als gemeinschaftliche Aufenthaltszone gestaltet.

Sonnenschutz
Konstruktiv ist das Bürohaus ein Skelettbau. Im Erdgeschoss ist er auf allen vier Seiten raumhoch verglast, in den beiden Obergeschossen sind die Fenster mit einer niedrigen Brüstung versehen, verlaufen aber auch hier als Bänder rund um das Gebäude. Die mit Dreifach-Verglasungen bestückten Fensterflächen ermöglichen eine maximale Ausnutzung des Tageslichtes. Im Erdgeschoss sind sie mit einer grünlich schimmernden Sonnenschutzbeschichtung ausgerüstet, die das Aufheizen der Innenräume in den Sommermonaten verhindert. In den beiden oberen Geschossen schützt ein außen liegendes Sonnenschutzsystem aus kupferfarbenen Aluminiumlamellen vor Blendung und direkter Sonneneinstrahlung.

Die beweglichen Elemente bestehen aus pulverbeschichteten Aluminium-Streckmetallgittern und sind somit resistent gegenüber Korrosion und Witterungseinflüssen. Jedes ist 4,15 m hoch und 45 cm breit. Je sechs von ihnen sind zu einem Modul zusammengefasst und lassen sich motorisch steuern. Dadurch entsteht ein sich ständig änderndes Fassadenbild. In geschlossenem Zustand filtert das feine Gittergeflecht der Lamellen das auftreffende Sonnenlicht und schützt damit vor sommerlicher Überhitzung der Büroräume. Gleichzeitig bleibt der Durchblick von innen nach außen erhalten.

Bautafel

Architekten: bof Architekten, Hamburg
Projektbeteiligte: Greenbox Landschaftsarchitekten, Köln/Düsseldorf (Landschaftsarchitektur); Drewes & Speth, Hannover (Statik); EGS Plan, Stuttgart (Haustechnik); Peter Andres, Hamburg (Lichtplanung); MBM, Dresden (Fassade und Sonnenschutz)
Bauherr: E.on Avacon, Helmstedt
Fertigstellung: August 2012
Standort: Joachim-Campe-Straße 14, 38226 Salzgitter-Lebenstedt
Bildnachweis: Hagen Stier, Hamburg

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