Elin-Motoren-Werke in Weiz/A

Bildergalerie | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 |

Kupferfarbene, viereckige Sonnensegel an der Süd- und Westfassade

Bereit seit Ende des 19. Jahrhundert werden in der ostösterreichischen Kleinstadt Weiz Elektromaschinen für den Einsatz in Windkraftanlagen, Wasser-, Dampf- und Gasturbinen hergestellt. Durch Expansionen und Umsatzzuwächse platzte der alte Bau der Elin-Motoren-Werke bald aus allen Nähten. So ließ das Unternehmen auf einem bisher unbebauten Grundstück am südlichen Rand der Stadt einen Fabrikneubau nach Plänen des Grazer Architekturbüros Peter Zinganel errichten.

Durch die Lage und Form des Grundstückes und wegen den Vorgaben der Produktionslogistik wurde die Bebauung entwickelt: Das L-förmige Beton-Gebäude mit einer Bruttogeschossfläche von 21.360 m² besteht aus einer 240 Meter langen, vierschiffigen Produktionshalle, die im Osten über eine überdachte Zufahrt für Eisenbahn- und LKW-Zulieferung verfügt. Den Kopf der Anlage bildet ein dreigeschossiges Bürogebäude, welches Platz für 430 Mitarbeiter bietet.

Im Erdgeschoss des Bürobaus befinden sich neben einem zentralgelegenen, fünf Meter hohen Foyer mit Bar und Empfang, eine Kantine, Besprechungsräume, ein Mitarbeitereingang und Zugänge zur Terrasse sowie zum Treppenhaus. Auf zwei Obergeschossen wurden Großraumbüros mit Kommunikationszonen und Einzelbüros für Führungskräfte angelegt. Über großzügige, durchlaufende Fensterbänder wird ein Großteil der Arbeitsplätze natürlich belichtet. An der Schnittstelle zwischen Werkshalle und Büro bieten Fenster in allen Etagen Einblicke in die Produktionsabläufe.

Im nördlichen Hallenschiff sind ein Hochregallager und zwei weitere Bürobereiche untergebracht. Den wesentlichen Teil der Anlage nimmt das Prüffeld ein, welches über einen Leitungskollektor mit dem frei liegenden Maschinenhaus verbunden ist. Hier werden die Belastungsprüfungen der Motoren und Generatoren überwacht. Auch in der Produktionshalle sorgen durchlaufende Fensterbänder für ausreichend Tageslicht. Zusätzliche Lichtkuppeln im Hallendach und eine tageslichtabhängige Kunstlichtsteuerung tragen zur Optimierung des Beleuchtungskonzeptes bei.

Sonnenschutz
Die Fensterbänder der straßenseitigen Süd- und Westfassade werden über viereckige, kupferfarbene Sonnensegel beschattet. Sie bestehen aus einem beschichteten Netz-Gewebe, welches UV-stabil, wetter- und reißfest sowie formstabil ist. Zum einen bieten die Segel einen wirksamen Sonnenschutz, zum anderen sorgt die durchbrochene Gewebestruktur dafür, dass ausreichend natürliches Licht in die dahinterliegende Räume einfallen kann. Zudem eliminiert das Gewebe bis zu 86% der Sonnenstrahlung, was in hohem Maße zur Wärmeregulierung des Gebäudes beiträgt.

Zwei diagonal gegenüberliegende Befestigungspunkte der Segel sind als Hoch- bzw. Tiefpunkt ausgeführt. Je nach Geometrie der Segel, deren Kanten konkav geschnitten sind, wurde im Randbereich ein Edelstahlseil eingearbeitet, welches für eine straffe Verspannung zwischen den Befestigungspunkten sorgt. Die verstärkten Ecken der Sonnenschutzelemente wurden mit Edelstahl-Beschlagteilen ausgeführt. Die Fixierung zwischen den Stahlkonsolen und den Beschlagteilen erfolgte durch Edelstahl-Wantenspanner, die u.a. auch im Segelsport zum Einsatz kommen. -kt

Bautafel

Architekten: Architektur Consult ZT, Peter Zinganel, Graz
Projektbeteiligte: Vatter & Partner ZT, Gleisdorf/A (Statik); Egger Glas, Pischelsdorf/A (Glaser); TRS Sonnenschutz + Steuerungstechnik, Graz/A (Sonnenschutz); Metallbau Sauritschnig und Alu-Stahl-Glas, Sankt Veit an der Glan/A (Industrie-Fenster und Fassaden); Kulmer Bau, Pischelsdorf/A (Baumeister und Zimmerer)
Bauherr: Elin Motoren
Fertigstellung: 2010
Standort: Elin-Motoren-Straße 1, Weiz, Österreich
Bildnachweis: Architektur Consult ZT, Peter Zinganel, Graz

Architektenprofil

Architektur Consult ZT GmbH
Standort in Google Maps anzeigen