Studentenwohnanlage Stiftsbogen in München

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PV-Anlage ohne konstruktive Dachdurchdringung

Das aus einem Wettbewerb hervorgegangene Projekt bietet aufgeteilt auf mehrere Gebäude eine Unterkunft für insgesamt 588 Studenten. Als Reaktion auf die Lage an einer lauten Bundesautobahn übernimmt ein langgezogener Riegl die Funktion einer Schallschutzwand für die dahinterliegenden kleineren Gebäude und Außenanlagen. Diese vermitteln als größeres Ensemble eine angenehme lebendige Atmosphäre. Für eine positive Außenwirkung wurden an den Nordfassaden mehrfarbig eloxierte Aluminiumbleche eingesetzt.

Die an der Südseite liegenden Zimmerfenster erhielten ebenfalls metallische, verschiebbare Sonnenschutzelemente und sollen - laut Architekten - ein eigenes Fassadenthema entwickeln. Die Außenhaut besteht hier aus hinterlüfteten, anthrazitfarben verputzten Platten aus recyceltem Glasgranulat.

Die Wohngemeinschaften umfassen Größen zwischen zwei und acht Bewohnern und bieten trotz ruhiger Rückzugsbereiche vielfache Möglichkeiten für soziale Kontakte. Die Innenräume sind farblich zurückhaltender gestaltet als die Fassaden. Neben weißem Putz und Sichtbeton erhielten allerdings verschiedene Elemente in den Wohnbereichen eine Verkleidung mit Schichtholzplatten in warmen Gelbtönen. In den Zimmern kommen Farbnuancen dagegen vornehmlich durch die verlegten Linoleumbeläge zum Einsatz. Sie sind in der Regel mit einer eigenen vorgefertigten Sanitärzelle ausgestattet und verfügen über Regale aus recyceltem Kunststoffabfall.

Sämtliche Studentenzimmer sowie die Wohnküchen werden über eine maschinelle Lüftungsanlage kontrolliert be- und entlüftet. Durch die integrierte Wärmerückgewinnung wird in Kombination mit der hochwertigen Fassadendämmung ein sehr niedriger Energiebedarf erreicht.

Solares Bauen
Die verschattungsfreie Fläche auf dem Flachdach des Riegelgebäudes wird vollständig zur Solarenergienutzung eingesetzt. Auf dem Großteil der Fläche wurde eine Photovoltaik-Anlage mit einer Gesamtleistung von 22,3 kWp errichtet. Die ohnehin erforderliche Kiesschüttung wird dabei über spezielle Kunststoffwannen für die statisch erforderlich Flächenlast eingesetzt. Dadurch sind konstruktive Dachdurchdringungen nicht nötig. Die polykristallinen Standardmodule sind mit eine Neigung von 30° für eine optimale Effizienz montiert.

Bei der dichten Belegung in einem Studentenwohnheim ist der Energieverbrauch für die Trinkwarmwassererwärmung entsprechend hoch. Um hierfür die Umweltbelastung zu reduzieren ist auf dem noch freien Teil der Dachfläche die Installation einer solarthermischen Anlage vorgesehen. Bereits verlegt sind die Leitungsführungen der Energiezentrale auf das Dach. Dort sollen ca. 130 m² Kollektorfläche installiert werden, die Wärme in entsprechende Pufferspeicher abgegeben. Mit dieser Anlage können bis zu 60 Prozent des Wärmebedarfs für Trinkwasser solar gedeckt werden.

Bautafel

Architekt: Spengler und Wiescholek, München
Projektbeteiligte: CBP Cronauer, München (Tragwerksplanung); IB Konrad Huber, München (HLS); Duschl Ingenieure, Rosenheim (Elektro); Hydro Building Systems, Ulm (Fassade)
Bauherr: Studentenwerk München
Fertigstellung: 2007
Standort: Stiftsbogen München
Bildnachweis: Hydro Building Systems, Ulm (1); Spengler und Wiescholek, München (2-4)
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