Polizeipräsidium in Frankfurt am Main

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Umfassendes Sicherheitsmanagement

Innerhalb von vier Jahren Bauzeit entstand das Frankfurter Polizeipräsidium an der Adickesallee. Die unterschiedlichsten Funktionsbereiche sind jetzt auf einem Gelände zusammengefasst – angefangen von der Behördenleitung, der Einsatzleitzentrale über Büros für Verwaltungs- und Fachdienststellen bis hin zu Sondereinrichtungen wie Schießanlage, einer Mehrzweckhalle, Kfz-Werkstatt, Hubschrauberlandeplatz, Kantine und Cafeteria sowie dem 3. Polizeirevier.
Insgesamt 19 Liegenschaften mit 2.300 Mitarbeitern, die vorher über die ganze Stadt verteilt waren, wurden in ein Gebäude zusammengeführt.

Das Polizeipräsidium liegt an einer der meist befahrenen Kreuzungen von Frankfurt. Nachdem das Gelände vom vorigen Nutzer aufgegeben worden war, fasste die Frankfurter Polizei hier ihre Leitungsfunktionen zusammen.
Den Wettbewerb für den Neubau gewannen die Frankfurter Architekten Kalmbacher & Ludwig, die das Gebäude in Planungsgemeinschaft mit KSP Engel und Zimmermann Architekten realisierten. Der Neubau setzt die in den fünfziger Jahren entwickelte städtebauliche Idee einer Reihe von Solitärbauten fort. Der klar umrissene Baukörper wirkt als Großskulptur und vermittelt mit seinen sechs Geschossen zwischen den städtebaulichen Raumkanten der umgebenden Bebauung. Die Erschließung über eine interne Achse und die begrünten Innenhöfe prägen die Organisation des Hauses und schaffen im Inneren Orte von hoher Aufenthaltsqualität.

Sicherheitstechnik
Herzstück des Sicherheitskonzeptes für das Präsidium ist das übergeordnete Alarmmanagementsystem Rubin 2020 NT, in das die Brand- und Einbruchmeldeanlage, die Fluchttürsteuerung, das Zutrittskontrollsystem und die Videoanlage integriert sind. Auch die elektroakustische Anlage (ELA-Anlage) und die Gebäudeleittechnik des Präsidiums sind angebunden.

Darüber hinaus wurden eine umfangreiche Medientechnik sowie eine Zellenrufanlage installiert und der Austausch und Umzug der Polizeinotruf-Empfangszentrale und der Polizeirufstellenabfrage für Notrufe aus den U-Bahnhöfen durchgeführt.

Rubin 2020 NT stellt die Managementebene des gesamten Sicherheitskonzeptes dar. Das vernetzte Mehrplatzsystem verfügt über fünf Arbeitsplätze, wovon einer als Datenpflege- und Systemplatz und vier als Bedienplätze für die angebundene Zentralentechnik konfiguriert sind.

Kritische Bereiche sowie rund 8 km Flur werden flächendeckend mit 3.000 Brandmeldern überwacht. Im Gewahrsamsbereich sorgen 40 Rauchansaugsysteme für eine sichere Brandfrüherkennung. In 28 Löschbereichen werden diverse sicherheitsrelevante Einrichtungen der Polizei geschützt. Rund 150 Lageplan-Tableaus zeigen den Einsatz-Kräften der Feuerwehr den Weg zur Gefahrenstelle. Im Falle eines Brandes unterstützt die ELA-Anlage mit ihren 10 Unterzentralen und 5.000 Lautsprechern die Evakuierung des Gebäudes.

Insgesamt 82 Sicherheitsbereiche sind an die Einbruch-Meldeanlage angebunden. In diesen Bereichen befinden sich hauptsächlich Waffenräume und Asservatenkammern. Der Einsatz eines berührungslosen Blockschlosses und rund 900 Transpondern ermöglicht die Scharf- und Unscharfschaltung der einzelnen Bereiche analog zu einem Schließanlagensystem.
320 Zutrittsterminals und zehn Zeiterfassungsterminals sind im Gebäude aufgebaut. Das System verwaltet zurzeit 6.000 Personen in der Zutrittskontrolle und Zeiterfassung.

23 Kameras überwachen die Außenhaut des Polizeipräsidiums. Die Bilder können von den beiden Pforten, der Einsatzleitzentrale und dem Polizeirevier 3 abgerufen werden. Darüber hinaus sind auch der Gewahrsamsbereich und die Schießanlage in die vernetzte Videoüberwachung integriert.

Das Präsidium wurde mit einer ausgefeilten Medien-Technik ausgestattet. So können in der Einsatzleitstelle große Leinwände ausgefahren werden, auf die sich beliebige Signalquellen projizieren lassen. Auf die Polizeinotruf-Empfangszentrale sind rund 700 Teilnehmer über ein Twin Security Network (TSN) aufgeschaltet. Hinzu kommt die Polizeirufstellenabfrage für insgesamt 85 U-Bahn-Notrufsprechstellen. Ein ununterbrochener und übergangsloser Betrieb wurde für beide Systeme vor, während und nach den Umzugsaktivitäten sichergestellt.

Die Sprechanlage zählt mit 1.200 Sprechstellen zu den größten Deutschlands. Jede berechtigte Sprechstelle kann über 40 Funkkanäle mit jedem Einsatzfahrzeug kommunizieren. Die Berechtigungen können dabei frei zugeordnet werden. In der Schießanlage sind ELA-Technik, Sprech- und Videoanlage miteinander vernetzt und werden ebenso wie die Gebäudeleittechnik und Lichtsteuerung über ein Touch-Panel-System bedient. Über eine Videoanlage mit 32 Kameras haben die Polizisten die Möglichkeit, ihr Schießverhalten zu analysieren.

Bautafel

Architekten: Kalmbacher & Ludwig Architekten BDA, Frankfurt; KSP Engel Zimmermann Architekten BDA, Frankfurt
Projektbeteiligte: Herholz, Ahaus (Holzbau); Bosch Sicherheitstechnik, Ottobrunn (Sicherheitstechnik); Saint Gobain Glass, Aachen (Glashersteller)
Bauherr: Land Hessen vertreten durch das Polizeipräsidium Frankfurt am Main
Fertigstellung: 2003
Standort: Frankfurt am Main
Bildnachweis: Jean-Luc Valentin (1+2), Herholz (3), Bosch Sicherheitssysteme (4)

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