Pförtnerhaus am Industriepark Kleefse Waard in Arnheim

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Eingezäuntes Gelände mit elektronischer Zutrittskontrolle

Nicht weit von der deutschen Grenze entfernt, nordwestlich des Ruhrgebietes, liegt das niederländische Arnheim. Im Südosten der Stadt erstreckt sich das weiträumige Gelände des Industrieparks Kleefse Ward, das vollständig umzäunt und an zwei Seiten durch Hafenbecken begrenzt ist. Besucher, Mitarbeiter und Zulieferer werden am Pförtnerhaus im Norden registriert, bevor sie das Gelände betreten oder befahren können. Weil das Eingangsgebäude den wachsenden logistischen Anforderungen nicht mehr entsprach und repräsentativer wirken sollte, erfuhr es eine Neugestaltung durch NL Architekten aus Amsterdam.

Die bestehende technische Infrastruktur des alten Pförtnerhauses war so umfangreich, dass sie nicht entfernt werden konnte, ohne den gesamten Industriebetrieb lahmzulegen. So beschlossen die Architekten, das Gebäude quasi zu beschneiden: Sie entfernten die bestehende Außenhaut und gaben dem erhaltenswerten technischen Kern eine neue Hülle, deren Proportionen sich vom Vorgänger etwas unterscheiden.

Die gesamte Technik befindet sich nun in einer Black Box oberhalb des vollständig verglasten Erdgeschosses. Dieses dient als Empfangsbereich – Besucher können sich hier auf einen Termin vorbereiten und einen Snack oder eine Zeitung erwerben. Nur zwei Einbauten strukturieren das von einer besonders transparenten Einfachverglasung umhüllte Erdgeschoss: die Rezeption mit 360° Sichtfeld sowie ein vollständig umschlossenes Büro.

Die Außenhaut des Obergeschosses ist mit einer schwarzen Folie retroreflektierend ausgebildet. Diese wirft das einfallende Licht mit einer minimalen Streuung weitgehend zurück zur Quelle. So erscheint der Baukörper tagsüber weitgehend schwarz, bei Dämmerung und in der Nacht hingegen reflektiert er einzelne Lichtquellen und verändert seine Farbe in Abhängigkeit von ihrer Temperatur: Bremslichter erzeugen ein rotes Leuchten, Blinker rufen ein pulsierendes Orange hervor, bei Sonnenuntergang wandelt sich die schwarze Hülle zu einer goldenen Oberfläche.

Sicherheit
Das Pförtnerhaus am zentralen Eingang ist sieben Tagen die Woche rund um die Uhr geöffnet. Es dient als Empfangsgebäude, vor allem aber der Sicherheit des Industrieparks. Gut 30 Firmen haben hier ihren Standort, rund 300 Besucher betreten täglich das Gelände. Jeder Besucher wird registriert und beim betreffenden Unternehmen durch den Pförtner angemeldet. Auch das gesamte Areal wird überwacht, Tag und Nacht werden verschiedene Stellen regelmäßig kontrolliert.

Für Autos, Radfahrer und Fußgänger gibt es getrennte Zufahrten und Wege mit Schranken und Schwingtoren, gesichert durch eine elektronische Zutrittskontrolle. Der gesamte Eingangsbereich des Industrieparks ist von der Rezeption des Pförtnerhauses einsehbar. Alle Beschäftigten der Unternehmen auf dem Areal haben Ausweise (in Form von Plastikkarten) zum Passieren der Schranken und Tore.

Ein spezielles System ermöglicht an der Rezeption die schnelle Kontrolle von rund 2.000 verschiedenen, weltweit genutzten Ausweisen zur Identitätskontrolle und erleichtert so die Erfassung der Pässe bzw. Personalausweise. Die Besucher erhalten Besucherausweise, die sie beim Verlassen des Geländes zurückgeben müssen. Diese ermöglichen ausschließlich Zugang zu allen für sie relevanten Gebäuden, Räumen und Parkplätzen. Jeder Öffnungs- und Schließvorgang wird mit Zeitpunkt und Dauer sowie Kartennummer registriert und lässt sich später nachvollziehen. Geht die Karte eines Mitarbeiters verloren, kann diese einfach gesperrt und sämtliche Daten auf eine neue Karte überschrieben werden. us

Bautafel

Architekten: NL Architects, Amsterdam
Projektbeteiligte: Bart Schoonderbeek, Schipper Bosch, Amersfoort (Planung); Karbouw, Arnhem (Bauunternehmen); Omnimark, Weesp (Ausführung Fassade); 3M, St. Paul/Minnesota (Hersteller Fassadenmaterial Scotchlite); Kaba, Dreieich (Zugangskontrolle)
Bauherr: Schipper Bosch, Amersfoort
Fertigstellung: 2011
Standort: Industriepark Kleefse Waard, Westervoortsedijk 73, 6827 Arnhem
Bildnachweis: Jeroen Musch, Amsterdam; NL Architects, Amsterdam und Ralph Kämena, Den Haag

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