Landeskrankenhaus Klagenfurt/A

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Komplexes und variables Schließsystem für modernes Gesundheitszentrum

In Kärnten entsteht zur Zeit eines der modernsten Gesundheitszentren Europas: mit Neubauten für das Landeskrankenhaus Klagenfurt, die ein Chirurgisch-Medizinisches Zentrum (CMZ) mit Tiefgarage und ein Ver- und Entsorgungszentrum umfassen. Das Raum- und Organisationskonzept wurde in enger Zusammenarbeit mit den zukünftigen Nutzern, dem medizinischen und pflegerischen Personal, entwickelt. Die Generalplanung des Komplexes mit über 50.000 m² Nutzfläche für Bettenstationen, Ambulanzen, OP-Abteilungen, Intensivstationen, aber auch für die Zentralen von Magazin, Wäscherei, Küche, Apotheke, Reinigung, Laboren und Sterilisation sowie verschiedene Verwaltungsbereiche, die Müllentsorgung und infrastrukturelle Einrichtungen erfolgte durch eine Arbeitsgemeinschaft: Feichtinger Architekten aus Paris, Priebernig Architekten + Ingenieure, die Architekten Müller-Klinger sowie FCP Fritsch, Chiari & Partner Ziviltechniker aus Wien planten gemeinsam das Projekt unter dem Namen LKH Klagenfurt Neu, das 2010 fertiggestellt werden soll.

Die Geschichte des LKH Klagenfurt begann bereits 1886 und vollzog sich in vielen Schritten, ausgehend von einem Gelände südlich der Glan im Nordosten der Stadt. Das heutige heterogene Ensemble entstand durch eine Vielzahl von Erweiterungen und Ergänzungen und ist geprägt durch große Abstände zwischen den Erschließungen, unübersichtlich zugeordnete Funktionsbereiche und eine wenig effektive Flächennutzung aufgrund der stark dezentralen Organisation. Mit der Planung der baulichen Entwicklung, wie sie demnächst vollendet ist, wurde bereits 1999 begonnen; umgesetzt wurde sie bei laufendem Betrieb in einem Zeitraum von etwa zehn Jahren.

Das neue Chirurgisch-Medizinische Zentrum als Herzstück der Anlage besteht aus fünf dreigeschossigen Riegeln, die wie Finger über einen ausgeprägten rückwärtigen Baukörper verbunden sind, die so genannte Südspange als Haupterschließung. Zusätzlich verknüpfen schmalere Übergänge als Teil einer geschwungenen Mittelspange die einzelnen Riegel untereinander. Die Baukörper sind horizontal gegliedert, teilweise in der Höhe gestaffelt und umfassen Freiräume, die als Themengärten unterschiedlich gestaltet sind. Ziel der Neu- und Umbaumaßnahmen, bei denen die Bedürfnisse von Patienten und Personal im Mittelpunkt stehen sollen, sind die Konzentration der medizinischen Behandlungszentren auf kleinere Flächen, die Verbesserung und Beschleunigung der Arbeits- und Kommunikationsabläufe und nicht zuletzt eine deutliche Senkung der Betriebskosten.

Die Patientenversorgung erfolgt über medizinische Zentren, die interdisziplinär zusammenarbeiten. Die Pflegebereiche sind von den Untersuchungs- und Behandlungsbereichen entkoppelt, um Veränderungen der Bettenzahl (insgesamt rund 1.350) nach Bedarf zu ermöglichen. Fixpunkte der baulichen Entwicklung des CMZ sind die Strahlentherapie, die Nuklearmedizin, das Chirurgiegebäude Ost sowie ein neues Gesundheitszentrum für Kinder, Jugendliche und Frauen mit fast 200 Betten. Im Zentrum der Anlage stehen eine Ambulanz und eine zentrale Notaufnahme in enger Anbindung an die unterschiedlichen Spezialabteilungen. Die Erschließung erfolgt von einem unterirdischen Parkdeck aus über dezentrale Eingänge für Besucher, ambulante Patienten und Personal durch ein System von Magistralen zu den Einrichtungen. An diesen Magistralen liegen Erholungsbereiche und Grünzonen. Insgesamt wurde Wert auf genügend Freiraum für eine künftige Anpassung der Funktionen, Leistungsbereiche und Bettenkapazitäten gelegt.

Sicherheit
Gefordert war eine komplexe mechanische und elektronische Schließanlage aus einer Hand, in die bereits vorhandene Identifikationsmedien einbezogen werden mussten. Die unterschiedlichen Anforderungen innerhalb des gesamten medizinischen Zentrums stellten hier eine besondere Herausforderung dar. Die Einbeziehung aller Komponenten erforderte eine Speziallösung, die schließlich nur ein Unternehmen leisten konnte, das bereits über umfassende und langjährige Erfahrung bei der Konzeption sicherheitstechnischer Anlagen für Kliniken verfügt - und dessen Produkte bereits erfolgreich in den Bestandsbauten des Krankenhauses eingesetzt sind.

Insgesamt etwa 5.000 Personen - von Haustechnikern über Assistenz- und Oberärzte, Pfleger, Stationsschwestern etc. - erhalten Karten als Identifikationsmedien für die elektronische Zutrittskontrolle bzw. Kombischlüssel zur Bedienung der elektronischen und mechanischen Schließanlagen. Darin sind die Berechtigungsinformationen gespeichert, die über den Beschlag  - einen Zylinder, einen Wandleser oder ein Riegelschloss - elektronisch verglichen und überprüft werden; bei Übereinstimmung wird der Zutritt freigegeben. Das System ermöglicht die wechselseitige Erfassung von Informationen, auch der elektronische Schlüssel kann also beispielsweise speichern, wer wann eine Tür gesperrt hat. Die Identifikationsmedien sind beschreibbar, lassen sich einfach (auch täglich) ändern und kommunizieren ständig mit der Verwaltungssoftware. Sie basieren auf einer nicht kopierbaren, berührungslosen Chiptechnologie und arbeiten wartungsfrei ohne Batterien. Damit ist eine hohe Flexibilität bei der Zuweisung von Zugangsberechtigungen und Benutzergruppen gegeben - genau wie sie bei einer so komplexen Anlage notwendig ist.

Eingebaut wurden etwa 140 mechatronische Zylinder, die offline arbeiten und etwa die gleiche Anzahl elektronische Zylinder, die eine Überwachung der Tür in Echtzeit ermöglichen. Identifizieren müssen sich die Mitarbeiter der Klinik zu Beginn eines Bereiches, an Gangabschlusstüren oder Serverräumen; normale Zimmertüren sind mechanisch gesichert.

Das mechanische Schließsystem arbeitet federnfrei über eingefräste Kurven, die insgesamt während eines Sperrvorgangs viermal abgefragt werden, besonders verschleißfest und gegen Picking geschützt sind. Auch hier liegt der besondere Vorteil in der großen Zahl an Variationsmöglichkeiten für komplexe Anlagen mit sich überschneidenden Hierarchien. Die wendbaren, also beidseitig einsetzbaren Schlüssel, sind als Kombischlüssel im Einsatz und öffnen je nach Berechtigung mechanisch oder elektronisch verriegelte Türen.
Eine Vielzahl von Schranken und Aufzügen, auch im Bereich der Tiefgarage, die Küche, die Wäscherei, der Wareneingang, die Verwaltung und Sicherheitstechnik beispielsweise sind mit Online-Lesern versehen und lassen sich damit ständig überwachen.

Bautafel

Architekten: Feichtinger Architectes Sarl, Paris/F, Wien/A; Priebernig.P Architekten + Ingenieure, Wien; Architects Collective, Wien; FCP Fritsch, Chiari & Partner Ziviltechniker, Wien
Projektbeteiligte:
Evva, Wien (Schließsysteme Salto XS4 Mifare und 3KS plus)
Bauherr: Kabeg Management, Klagenfurt/A
Fertigstellung: 2010
Standort: St. Veiter Str. 47, Klagenfurt
Bildnachweis: Landeskrankenanstalten-Betriebsgesellschaft - Kabeg, Klagenfurt/A

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