Kolleg St. Blasien im Schwarzwald
Elektronische Schließanlage ergänzt mechanisches System
Südöstlich des Feldbergs, in einem schmalen Tal zwischen drei Höhenzügen des Hochschwarzwaldes, liegt das kleine St. Blasien. Das Stadtbild ist geprägt durch den Dom aus dem späten 18. Jahrhundert mit einer Kuppel, deren Durchmesser und Innenhöhe 36 Meter betragen. Er gehört zu einem Kloster, dessen Wurzeln bis ins 9. Jhd. v. Chr. reichen, das 1740/41 jedoch vollständig abgetragen und im barocken Stil durch Johann Michael Beer von Bleichten und Franz Joseph Salzmann wieder aufgebaut wurde. Nach einem Großbrand im Jahr 1768 ersetzte der Dom (errichtet von Pierre Michel d’Ixnard nach Vorbild des Pantheon in Rom) die zerstörte zweitürmige Kirche, das Kloster wurde jedoch weitgehend wieder hergestellt.
1934 gründeten Jesuiten hier eine katholische Privatschule, die 1939 geschlossen werden musste und während des Krieges als Lazarett diente. Im Mai 1946 nahmen die Jesuiten schließlich den Schulbetrieb wieder auf, seit 1989 ist ein Mädcheninternat angegliedert. Heute besuchen rund 900 Schülerinnen und Schüler das Kolleg St. Blasien, rund 300 davon leben im Internat. Das staatlich anerkannte Gymnasium mit musischem Schwerpunkt bietet nach Englisch und Französisch beispielsweise auch Chinesisch, Griechisch und Spanisch als Fremdsprachen an.
Sicherheit
Die Klosteranlage besteht aus zwei Höfen, die von zumeist viergeschossigen Gebäuden mit Satteldach vollständig umschlossen sind. Die Eck- und Kreuzungspunkte sind als Türme mit Zeltdächern ausgebildet. Der Dom steht auf der Nordseite der Anlage und bildet den Kreuzungspunkt des mittleren Gebäudeteils mit dem West- und Ostflügel.
Die Schule ist in sieben Gebäudeteilen der Klosteranlage untergebracht. Auf verschiedenen (unerlaubten) Wegen versuchen die Internatsschüler seit jeher, das Gebäude zu verlassen oder die Schließanlagen zu manipulieren. Um das zu verhindern und die Sicherheit zu erhöhen, wurde eine mechanische Schließanlage, mit der die Anlage im Jahr 2000 ausgestattet wurde, 2011 durch eine elektronische ergänzt. Alle 50 Außentüren werden damit kontrolliert, die Internatsschüler gehören wie die Lehrer verschiedener Fachbereiche, der Schulleiter und sein Stellvertreter, der technische Leiter sowie das Reinigungspersonal zu insgesamt rund 600 verwalteten Personen. Jede Person besitzt einen elektronischen Schlüssel, der sie identifiziert und ausschließlich die speziell zugewiesenen Öffnungs- und Schließvorgänge ermöglicht. So stehen die Schüler am unteren Ende der Schließhierarchie: Ihre Identifikationsmedien in Form kleiner Schlüsselanhänger mit Chips ermöglichen nur das Öffnen und Schließen bestimmter, notwendiger Türen zu bestimmten Zeiten. Die Schlüssel sind nicht kopierbar und wartungsfrei, denn sie arbeiten ohne Batterien. Durch das Davorhalten des Chips am Beschlag wird jeder Schüler identifiziert und ein Beschlag wird freigegeben oder nicht. Die Aufzüge der Anlage beispielsweise sind rein mechanisch gesichert und können von den Schülern nicht selbständig genutzt werden.
Die Schule ist mit insgesamt etwa 14.000 Zylindern ausgestattet, im Umlauf sind 1.500 mechanische Schlüssel und 500 elektronische, die rund 50 verschiedene Zylinder und elektronische Beschläge öffnen. Einwandfrei funktioniere das neue Schließsystem in Verbindung mit dem alten – aufgrund der hohen Zufriedenheit habe man sich ja erneut für den gleichen Hersteller entschieden, so der technische Leiter der Schule, Gerhard Thoma.
Bautafel
Architekten: Johann Michael Beer von Bleichten, Mainz und Franz Joseph Salzmann, Meßkirch (1742)
Projektbeteiligte: Gerhard Thoma, St. Blasien (Technische Leitung der Schule und Einbau Schließsystem); Evva, Wien/A (Schließsysteme Salto Ibutton und MCS)
Bauherr: Kolleg St. Blasien
Fertigstellung: Elektronische Schließanlagen: 2011
Standort: Fürstabt-Gerbert-Straße 14, 79837 St. Blasien
Bildnachweis: Kolleg St. Blasien
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