Campus und Hauptgebäude der Universität Wien/A
Sanierung und schrittweise Einführung einer Zutrittskontrolle
Die Uni Wien ist nach der Prager Karlsuniversität die größte Universität Zentraleuropas und die älteste im deutschen Sprach- und Kulturraum. 1365 wurde sie von Herzog Rudolf IV. gegründet, derzeit eingeschrieben sind über 70.000 Studierende in 170 Fachbereichen. Die wissenschaftlichen Einrichtungen sind auf über 50 Standorte verteilt; das Herzstück bildet das historische Hauptgebäude an der Ringstraße. Der Prunkbau, den Kaiser Franz Joseph I. im Jahr 1884 eröffnete, entstand nach Plänen von Heinrich von Ferstel und ist den italienischen Universitäten der Renaissance nachempfunden. Von Anfang an wurde er jedoch dem umfassenden Anspruch nicht gerecht - nicht alle Institute fanden hier Platz und bis 1915 entstanden zahlreiche Institutsgebäude in seinem Umfeld.
Heute befinden sich im Hauptgebäude die Universitätsleitung, die Bibliothek, Verwaltungseinrichtungen, einige Institute und Dekanate sowie viele Hörsäle, darunter als größter das Audimax. Ein weiteres räumliches Zentrum bildet der nahe gelegene Universitätscampus, in dem ein Großteil der kulturwissenschaftlichen Institute untergebracht ist. Er wurde 1998 fertig gestellt, bis 2003 entstand ein neues Hörsaalzentrum.
Seit einigen Jahren werden zudem wichtige Bereiche des alten Hauptgebäudes saniert und teilweise erweitert; so erhält die Bibliothek bis 2010 neue barrierefreie Räumlichkeiten. Der denkmalgeschützte Lesesaal bleibt erhalten. Bereits vollendet ist die Sanierung der Aula, des Arkadenhofs und des Audimax nach Plänen von Roger Baumeister.
Sicherheitstechnik
Viele unterschiedliche Standorte mit tausenden Mitarbeitern und noch mehr Studierenden erfordern ein einheitliches und standortübergreifendes Sicherheitssystem. Beim Zentralen Informatikdienst ZID der Universität Wien enschied man sich im Jahr 2004 für das Schließsystem Salto zunächst als Insellösung zur Sicherung der Server- und Betriebsräume. Aufgrund positiver Erfahrungen und der guten Ausbaufähigkeit des Systems wird es nun innerhalb weniger Jahre für sämtliche Standorte eingeführt.
Die Außentüren bleiben bei dieser elektronischen Schließtechnik während der regulären Zeiten dauerhaft geöffnet und sind außerhalb dieser Zeiten geschlossen durch selbstverriegelnde Panikschlösser. Von außen kommen dann nur noch Berechtigte herein, von innen lässt die Tür sich jedoch einfach über den Drücker öffnen.
Alle Zutrittsberechtigten können über die Software mit geringem Betriebsaufwand verwaltet werden, Teilbereiche jeweils autonom. Einzelne Administratoren innerhalb der Universität können ihre jeweilige unabhängige Organisationseinheit durch den Zugriff auf die angebundene Datenbank selbst verwalten. Welcher Mitarbeiter also wann zu welchem Bereich Zutritt hat, kann lokal abgewickelt werden, mehrere Teilbereiche können aber auch punktuell zusammengeschaltet sein.
Die Studenten haben so nur während der Öffnungszeiten Zugang zur Hörsälen und Institutsbereichen und der Studienbetrieb kann geregelter und effizienter ablaufen. Alle berechtigten Uni-Mitarbeiter haben mit ihrem Identifikationsmedium, dem "iButton", auch unabhängig von den Öffnungszeiten Zugang zu ihrem Arbeitsplatz. Damit sind gerade sensible Bereiche wie Serverräume, Labors und Büros wirksam vor Diebstahl und mißbräuchlicher Benutzunggeschützt. Der Datenaustausch erfolgt virtuell über die iButtons, die Online-Wandleser sind über die bestehende Netzwerkinfrastruktur des ZID verkabelt.
Bautafel
Architekt: Sanierung durch Roger Baumeister, Lenningen/D
Projektbeteiligte: Evva, Wien (Schließtechnik)
Bauherr: Bundesimmobiliengesellschaft Wien
Fertigstellung: Oktober 2006 (Sanierung Aula, Arkadenhof und Audimax)
Standort: Universität Wien
Bildnachweis: Studio Pöll, Wien
