Empire Riverside Hotel in Hamburg
Verdeckte Sprinkleranlage
Zwischen Reeperbahn, Hafen und Speicherstadt im Hamburger Stadtteil "Hafenkrone" steht der bronzefarbene und 76 m hohe Turm des Hotels Empire Riverside, der innen wie außen nach Plänen von David Chipperfield Architects entstand. Die klaren Linien der weithin sichtbaren Bronze-Glas-Fassade kennzeichnen das Haus am Hafen von St. Pauli, das aus drei Baukörpern besteht: Einem 17-geschossigen, sich nach oben verjüngenden Turm über einem L-förmigen, viergeschossigen Sockel sowie einem eigenständigen Büro- und Geschäftsgebäude.
Für die Fassade, das Markenzeichen des Hotels, wurden 120 t Baubronze verbaut und 6300 m² Sicherheitsglas installiert. Das Material und die Fassadenwirkung verändern sich unter Lichteinfall ständig, mit der Zeit setzt das Edelmetall Patina an. Alle 327 Zimmer oder Juniorsuiten von der vierten bis zur 20. Etage sind zu einer, einige zu zwei Seiten vollständig verglast und bieten einen Panoramablick über die Elbe und den Hafen.
Raumhohe Fenster belichten die öffentlichen Bereiche von der Lobby bis zur Konferenzetage im dritten Obergeschoss. Die Ausstattung des viergeschossigen Foyers soll an einen Luxusliner der 30er Jahre erinnern mit Wandtäfelungen aus edlen Hölzern, rotbraun marmoriertem Terrazzoboden, ledernen Ohrensesseln und Antiquitäten. Ebenerdig liegt ein doppelgeschossiger Ballsaal: Hier sind die Wände mit kerngeräucherten Eichenpaneelen verkleidet, die Decke ist mit Bronzelamellen geschmückt. Zudem gibt es Konferenz- und Speiseräume sowie einen modernen Wellness-Bereich.
In der 20. Etage liegt die Lounge und Bar "20up" mit einem langen Tresen aus schwarzem Kunststein, Bronzegewebe an den Wänden und sieben Meter hohen Fensterfronten. Die Verglasung des gesamten Hotels ist farbneutral und durch eine Schicht auf der Innenseite der Außenscheibe vor Sonne geschützt. Dennoch gelangen etwa 50% des Tageslichts in die Räume; im Winter sorgt ein Ug-Wert von 1,1 W/m²K für effektive Wärmedämmung.
Sicherheit
Für ein Hotel als Gebäude mit hohem Publikumsverkehr stellt eine Sprinkleranlage eine besonders gute Brandschutzlösung dar. Solche Anlagen erkennen und melden einen Brand nicht nur selbsttätig, sondern bekämpfen ihn auch sofort. Sie schlagen den entstehenden Rauch nieder und die Sicht bleibt frei; giftige Rauchgase, die zu Bewusstlosigkeit und Erstickungstod führen können, werden gebunden. Dadurch und durch die rechtzeitige Alarmierung, die an die Sprinkleranlage gekoppelt ist, können Hotelgäste aus dem Gefahrenbereich fliehen und Rettungskräfte ungehindert vordringen. Sprinkler löschen jeden Brand gezielt, Fehlermeldungen sind äußerst selten. Für besonders gefährdete Bereiche wie eine Hotelküche können ergänzend spezielle Löschanlagen eingesetzt werden.
Das gesamte Hotel ist durch CE-gekennzeichnete, vom VdS geprüfte und zertifizierte so genannte Undercover-Sprinkler geschützt. Im repräsentativen Foyer ist ihr unauffälliger Einbau besonders wichtig; sie sind hier deckenbündig und dezent eingefügt. Ein dichtes Netz aus 3800 Sprinklern schützt das gesamte Hotel einschließlich der Tiefgarage, insgesamt wurden etwa 12 km Rohrleitungen verbaut. Es handelt sich um hängende und schnell ansprechende Schirmsprinkler mit einer Einhausung, die vor Verschmutzung oder Fehlauslösung durch mechanische Beschädigung schützt. Eine weiße Feingitterblende passt sich dem Farbton der Decken an, die Springfeder eines speziellen Abwurfsystems legt den Sprinklerkopf noch vor Erreichen der Auslösetemperatur frei. Sollte dies nicht funktionieren und der Sprinkler wird ausgelöst, wird die Blende durch die Sprühkraft des Wassers abgeworfen.
Bautafel
Architekten: David Chipperfield Architects, Berlin
Projektbeteiligte: Interpane Glas Industrie, Lauenförde (Sonnenschutzglas); Minimax, Bad Oldesloe (Sprinkleranlage); Schörghuber Spezialtüren, Ampfing (Brandschutztüren)
Bauherr: Empire Riverside GmbH & Co. KG
Fertigstellung: 2007
Standort: Bernhard-Nocht-Straße 97, 20359 Hamburg
Bildnachweis: Michael Zapf (1) und Andrea Flak (2-4) für das Empire Riverside Hotel, Hamburg
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Designlines-Interview mit David Chipperfield
