Cineplexx Kino in Graz/A
Variables Schließsystem
Anfang der 1990er Jahre gründete die Firma Constantin Film die Cineplexx Kinobetriebe, mittlerweile besitzt sie 21 dieser Multiplex-Kinos sowie 13 weitere Ein- oder Mehrsaal-Kinos. Das Verleihprogramm umfasst vorwiegend US-amerikanische und deutsche kommerziell ausgerichtete Filmproduktionen.
Eines der Kinos ist das Cineplexx Graz. Eröffnet im Oktober 1996, verfügt es auf einer Fläche von 5.500 m² über zehn Kinosäle mit insgesamt 2.817 Sitzplätzen. Außerdem bietet es verschiedene gastronomische Einrichtungen; außerhalb des Gebäudes stehen den Besuchern rund 860 Parkplätze zur Verfügung. Im Sommer 2009 ist einer der Kinosäle mit der Imax-Technologie ausgestattet worden, die es erlaubt, Filme in 2D und 3D zu zeigen. Dazu wurde die Saalgeometrie umgebaut und eine 42 m² große Leinwand installiert. Leicht nach vorn gekippt, vermittelt sie zusammen mit dem ebenfalls erneuerten Soundsystem das Gefühl, mitten im Film zu sein. Um die Einstellungen bei Lautstärke, Höhen und Tiefen automatisch zu optimieren, wird der Zuschauerraum permanent per Laser abgetastet.
Die letzten Umbaumaßnahmen erfolgten im Herbst 2010, als das Kino aufgrund eines Schlüsselverlustes mit einer neuen Schließanlage ausgestattet wurde.
Sicherheitstechnik
Wie alle Cineplexx Kinos in Österreich, ist auch das Grazer Filmtheater mit der Schließtechnik des Herstellers Evva ausgestattet. Eine Ausnahme bilden Kinos, die sich innerhalb eines Einkaufszentrums befinden – aufgrund der eigenen Sicherheitskonzepte der Shopping Malls.
In Graz wurde ein 3-Kurven-System (3KS) mit 255 Zylindern und 312 Schlüsseln eingesetzt. Es ermöglicht zahlreiche Schließvarianten und damit die Umsetzung komplexer Hierarchiestrukturen, wie sie in einem Kino notwendig sind. Das heißt, die Schließanlage erlaubt den Zugang verschiedener Personen für bestimmte Zeitspannen – vom Leiter über den Billeteur und die Reinigungskräfte bis hin zu Mitarbeitern von Fremdfirmen. Darüber hinaus lässt sich das System einfach erweitern. Im Vergleich zu einer herkömmlichen Schließanlage, bei der schon der Verlust eines niederrangigen Schlüssels zu einem kompletten Austausch der Gesamtanlage zwingt, ist dies bei dem 3KS unproblematisch.
Im Unterschied zu anderen Schließsystemen werden die Sperrelemente im Zylinder über die Kurvenfräsung am Schlüssel bewegt und nicht gegen eine Federkraft gedrückt. Die Technik im Detail: 12 ungefederte, massive Zuhaltungselemente (= Sperrstifte) werden über Zwangssteuerung der sechs Schlüsselkurven in bestimmte Positionen gebracht und über zwei Druckschieber abgefragt. Eine Sperrleiste im Kern kontrolliert die Querprofilierung des Schlüssels. Während des Sperrvorganges wird der Schlüssel in Summe viermal abgefragt. Aufgrund dieser Technologie bietet es die verschiedenen Variationsmöglichkeiten für Zylinderschließanlagen. Zudem schützt die federfreie Sperrstiftfunktion vor Verschleiß und Picking. Auch vor dem Anfertigen eines Nachschlüssels ist das patentrechtlich geschützte Systems sicher, da jeder neue Schlüssel nur gegen Vorlage einer Sicherungskarte angefertigt wird.
Bautafel
Projektbeteiligte: Evva, Wien/A (Schließsystem 3KS); Gapp Sicherheitstechnik, Graz (Installation Schließanlage)
Bauherr: Constantin Film-Holding, Wien/A
Fertigstellung: 1996 errichtet, 2010 umgebaut
Standort: Alte Poststraße 470, 8055 Graz
