Wohn- und Geschäftshaus in Rapperswil/Ch
Arbeiten hinter Klinker, Schiefer vorm Wohnen - gezogene Deckart
In Rapperswil ist ein neuer Geschäfts- und Wohnkomplex entstanden. Die Architekten Behles + Partner aus Zürich haben in der Ausformulierung der Baumasse die verwendeten Materialien entsprechend den Nutzungen angeordnet: So verbergen sich hinter der hellen dreigeschossigen Klinkerfassade des langen Riegels Büro- und Geschäftsräume, in den quer dazu angeordneten drei- bis fünfgeschossigen Blöcken dagegen Wohnungen. Die drei auffälligen Wohnkuben mit 44 Wohneinheiten unterteilen das gesamte Bauvolumen und wurden mit Schiefer verkleidet. Zur Straße fast vollständig geschlossen, werden die Schieferflächen an den Längsseiten durch große Öffnungen und Loggien durchbrochen. Die eingeschnittenen Fenster akzentuieren die schwarzen Flächen auf sehr unterschiedliche Weise. Der gesamte Komplex beruht auf einem sich stetig wandelnden Konzept von unterschiedlichen Grundrissen. In jedem Geschoss verändert sich die Kubatur des Baukörpers, sodass aus den Überschneidungen, Überlagerungen und vielfältigen architektonischen Eingriffen eine spannungsreiche und Stadtbild prägende Anlage entstanden ist.
Schiefer
Die gewählten Materialien der Fassaden entsprechen den Ansprüchen nach erhöhter Dauerhaftigkeit, natürlicher Alterungsfähigkeit und ihren Schmutz abweisenden Eigenschaften. Das helle Klinker-Sichtmauerwerk und der dunkelgraue Naturschiefer akzentuieren gleichberechtigt die verschiedenen Gebäudeteile. Anthrazitfarbene Stahlfenster sorgen auf den hellen Flächen für eine den Öffnungen entsprechende Struktur, dem dunkle Schiefer wurden dagegen weiße Stahlfenstern zugeordnet.
Bei der ausgeführten gezogenen Deckart werden die Deckstein so weit auseinander gezogen, dass einerseits eine sehr lebhafte Oberfläche entsteht, andererseits jedoch das quadratische Format des Schiefers rationell ausgenutzt wird.
Der Fassadenaufbau besteht aus einer tragenden Schicht (20-25 cm Beton oder 17,5 cm Backstein), 14 cm thermische Isolation, einer Metalllattung in den Hochhausbereichen und einer Holzlattung in den niedrigeren Baukörpern. Abschließend folgt die Deckung mit Schiefer. Neben dem gestalterischen Willen zum quadratischen Format steht an diesem Bauwerk auch noch eine rationelle Klammertechnik zur Anbringung der einzelnen Tafeln im Vordergrund. Edelstahlklammern halten die einzelnen Schiefer am Fuß und zugleich am Kopf. Die ausgeführte Fassade gilt als kostengünstig und wartungsarm.
Bautafel
Architekten: Behles + Partner Architekten GmbH, Zürich
Projektbeteiligte: Rathscheck Schiefer und Dach-Systeme, Mayen (Schiefer); Maler, Gipser, Isolationen, Meilen (Fassaden)
Bauherr: K. Gebert Erben, Jona/CH
Fertigstellung: 2002
Standort: Rapperswil/CH
Bildnachweis: schieferwelt.de
