Schauspielhaus Basel/CH

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Rechteck-Deckung mit Chromnickelstahl-Blechen

Mit dem Bau des neuen baseler Schauspielhauses an der Steinentorstrasse konnte Dank der grosszügigen Spende der Stiftung "Ladies First" im Jahre 2001 begonnen werden.
Der Theaterraum ist als Baukörper in die Parzelle eingeschoben und bildet mit den beiden parallelen Brandmauern Zwischenzonen. In diesen Zonen befinden sich die Treppenhäuser, Aufzüge und Nebenräume. Das Besucherfoyer mit Garderoben, Kasse und Pausenbar ist von der Steinentorstrasse ebenerdig zugänglich. Der darüber liegende Spielraum hat je nach Spielform 470–540 Plätze. Der Bühneneingang befindet sich an der rückwärtigen Seite des Gebäudes am Klosterberg. Er erschliesst die Bühne, die Künstlergarderoben und die Betriebsräume. Die Künstlergarderoben sind direkt unter der Unterbühne angeordnet; im 3. Untergeschoss, auf der Höhe des Verbindungsganges, das Kulissenmagazin sowie Räume für die Haustechnik. Über dem Zuschauerbereich, im 3. Obergeschoss, liegt ein Proberaum; er ist so gross wie die Bühne. Der Tunnel auf Magazinebene ist die interne Verbindung von Haus zu Haus. Sie dient dem Materialtransport aus den Werkstätten des Stadttheaters, für Fussgänger und für die Leitungen zur Vernetzung der Infrastrukturen. Neu ist die Wiederbelebung des alten „Bäsestil“ als Theaterrestaurant mit direkter Verbindung zum Schauspielhaus-Foyer.
Eine zweigeschossige, verglaste Publikumspromenade legt sich um den Theaterraum und dient an der Hauptfassade als Aussichtsterrasse zur Stadt. Der transparente Vorbau inszeniert jeden Besuch des Theaters: Von der Steinentorstraße aus wird die "Architektur als Schauspiel wahrgenommen, die flanierenden Besucher sind die Darsteller", so die Basler Architekten.

Schiefer
Die Schieferfassade des Schauspielhauses legt sich wie ein festlicher Umhang um das gesamte Gebäude. Die einzelnen Schieferplatten wurden mit Hilfe von Chromnickelstahl-Blechen sowie Edelstahlnägeln im Kopfbereich und Spezial-Schraubhaken aus Edelstahl (V4a) am Fußbereich angebracht und fixiert. Somit besitzt jeder Stein unabhängig vom Format zwei Befestigungspunkte. Die Höhenüberdeckung der jeweiligen Steine einer Ebene
beträgt standardmäßig, resultierend aus der Länge der Klammer, 5 cm.
Die Außenwand/Fassade ist als hinterlüftete Konstruktion ausgeführt und besteht aus einer 20 cm dicken Betonwand, einem 2-lagigem Holzrost und einer 12 cm starken Mineralwolle-Dämmung. Auf die Dämmung wurden Holwerkstoffplatten von 25 mm Stärke angebracht und eine Folie zur Winddichtigkeit. Den Abschluss bilden die Schieferplatten mit den Maßen 400 x 250 mm.
Ein interessantes Farbenspiel entsteht im abendlichen Basel, wenn das Theaterpublikum vorfährt und glänzende Stahlhalter und seidig matter Schiefer das Licht der Autos sowie der Straßenbeleuchtung widerspiegeln.

Bautafel

Architekten: Schwarz Gutmann Pfister, Basel
Projektbeteiligte: Rathscheck Schiefer und Dach-Systeme, Mayen (Schiefer); Fa. Brönnimann, Basel (Fassade); WGG Schnetzer Puskas, Ingenieur AG, Basel (Tragwerksplanung)
Bauherr: Baudepartement Stadt Basel
Fertigstellung: Januar 2002
Standort: Basel/ CH
Bildnachweis: schieferwelt.de
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