Warnowquerung, Rostock
Anwendung einer selten gewordenen Technologie
In Rostock entsteht zurzeit deutschlandweit das erste große privat finanzierte Verkehrsprojekt, die Untertunnelung der Warnow. Dieser Tunnel schließt den Tangentenring zur Umfahrung der Hansestadt Rostock.
Beim Tunnelbau findet eine selten gewordene Technologie Anwendung: Das Einschwemm- und Absenkverfahren. Der insgesamt 790 m lange Tunnel unter dem Fluss wird aus sechs Segmenten zusammengesetzt. Diese sind jeweils 120 m lang, 22,50 m breit und 8,50 m hoch und werden in einem Baudock in acht Betonierabschnitten stationär vorgefertigt.
Nach dem Verschließen der Tunnelröhren und der Flutung des Docks folgt das Ausschwimmen der 22.000 Tonnen schweren Bauteile und das Absenken in die endgültige Position.
Schalung
Das Schalungskonzept sieht, ähnlich wie bei der 3,5 km langen Tunnelröhre der Öresundverbindung zwischen Dänemark und Schweden vor, dass zur Reduzierung der Bauzeit in zwei Produktionslinien mit zwei Schalwagen gearbeitet wird. Die Innenschalungen der Konstruktion sind hydraulisch gesteuert einklappbar, anzuheben und abzusenken. Die Außenelemente werden mit einer Krankapazität von 8 Tonnen in einem Kranhub umgesetzt. So lässt sich eine wöchentliche Taktfolge einhalten.
Das Betonieren der Tunnelteile erfolgt in zwei Takten: Nach dem Gießen der Sohlplatte werden im zweiten Abschnitt Wände und Decken in einem Guss betoniert. Die Taktlängen liegen zwischen 14,20 m und 15,60 m.
Weitere Informationen finden Sie unter www.warnowquerung.de.
Bautafel
Projektbeteiligte: Bouygues Travaux Publics, Frankreich (Generalunternehmer); Strabag Hoch- und Ingenieurbau AG, NL Mecklenburg-Vorpommern (Bauunternehmen); PERI, Weißenhorn (Projektbetreuung)
Bauherr: Hansestadt Rostock
Fertigstellung: 2003
Standort: Rostock
Bildnachweis: PERI