Neues Museum, Nürnberg
Anspruchsvolle Betonoberflächen
Im Jahr 1990 beschloss die Bayerische Staatsregierung, ein staatliches Museum des 20. Jahrhunderts in Nürnberg zu errichten. Das Neue Museum ist ein Ort der internationalen Gegenwartskunst, mit zwei Sammlungen: Die Sammlung "Angewandter Kunst", für die die Neue Sammlung in München mit ihren international renommierten Beständen sorgt, und die Sammlung "Freie Kunst", deren Grundstock die sogenannte Sammlung internationaler zeitgenössischer Kunst der Stadt Nürnberg bildet. Hinzu kommen noch bedeutende private Stiftungen.
Der Museumsbau liegt unweit des Hauptbahnhofes im Inneren eines Straßenblocks in der Nürnberger Altstadt. An den Blockrändern passt sich der Bau bestehenden Gebäudestrukturen an und integriert den erhaltenswerten Teil eines denkmalgeschützten Altbaus.
Der Berliner Architekt Volker Staab entwickelte mit dem Museumsbau gleichzeitig einen neuen Platz: den Klarissenplatz. Von ihm aus blickt man auf das bestimmende Element der Architektur, eine 100 m lange, geschwungene Glasfassade. Sie fasst das Gebäude zu einer großen Form zusammen und macht es zugleich transparent. Hinter ihr zeichnen sich die verschiedenen Baukörper ab, die von einer zentralen Wendeltreppe erschlossen werden.
Schalungs/Gerüstbauarbeiten
Für die anspruchsvollen Betonoberflächen zum Teil in weißem Beton, eingefärbtem Beton oder besonders behandelten Oberflächen (z.B. gestockt nach Brettschalung) wurde ein "Sichtbeton-Team" aus allen Bau-Beteiligten gegründet, das von Anfang an zusammen die Faktoren für beste Oberflächen beeinflusste.
So kamen sehr gute Ergebnisse heraus und die wenigen Fehlstellen wurden in Absprache kosmetisch so behandelt, dass trotzdem das Naturprodukt Beton erkennbar wird.
Wände und Decken wurden in harmonischer Weise zu eindrucksvollen und lichtdurchfluteten Räumen, in denen die Ausstellungsstücke zum Wirken kommen.
Die Schalungen wurden von der Arbeitsvorbereitung Klebl geplant und im eigenen Schalungsbau für die Baustelle vorgefertigt. Nur so war dieses Ergebnis zu aller Zufriedenheit zu erbringen.
Bautafel
Architekten: Volker Staab, Berlin
Projektbeteiligte: Klebl GmbH, Neumarkt/Opf. (Rohbau)
Bauherr: Freistaat Bayern, Bayerisches Staatsministerium für Unterricht, Kultus und Wissenschaft vertreten durch das Staatliche Hochbauamt Nürnberg
Fertigstellung: 2000
Standort: Nürnberg
Bildnachweis: Fa. Klebl, Neumarkt/Opf.
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Interview mit Staab Architekten