National-Galerie, Prag/CZ

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Vom Messezentrum zum Museum

Das Gebäude der Prager Mustermesse entstand in den Jahren 1924 bis 1928. Ursprünglich war hier ein ganzes Messezentrum mit Hotel, Verwaltungsgebäuden und zwei Pavillons geplant, aus Kostengründen blieb es später aber bei dem Messepalast als einzigem Gebäude, dessen Entwurf von Oldrich Tyl und Josef Fuchs aus einem Wettbewerbsverfahren hervorgegangen war. Seine Eröffnung stellte ein besonders Ereignis sowohl für das Messegeschehen wie auch die Architektur in der Tschechischen Republik dar. Mit seiner über sieben Geschosse reichenden zentralen Halle ("Industrial Hall") sowie einem weiteren, dreigeschossigen Ausstellungsraum (mit großzügigen Schaufensterflächen zur Straße hin ein echter "Produkt-Showroom"), war es zu seiner Zeit das größte Gebäude dieser Typologie. Gleichzeitig war es europaweit auch der erste Bau, der im Stil des Funktionalismus errichtet wurde.

Durch einen Brand wurde das Messezentrum 1973 schwer beschädigt. Erst Jahre später wurde die Rekonstruktion und der Umbau in Angriff genommen und das Gebäude als National-Galerie bzw. Museum für moderne Kunst 1995 wieder eröffnet.

Im Jahr 2000 entschied man sich, die Sammlung für Kunst des 19. Jahrhunderts und die Sammlung für Zeitgenössische Kunst hier unterzubringen, Wechselausstellungen finden ebenfalls hier statt. Daneben sind das "Museum of Decorative Art", das Technikmuseum, das nationale Filmarchiv und einige regionale Galerien untergebracht. Die zur Straße gelegene Halle mit zwei Ebenen dient als Museumscafé und Möbel-Showroom. Ein über zwei Geschosse reichender Museumsshop versorgt die Besucher mit Fachliteratur und Designaccessoires.

Schalungs/Gerüstbauarbeiten
Derzeit wird der Innenraum aufwändig renoviert. Für die umfangreichen Arbeiten werden Arbeits- und Schutzgerüste der Fa. Peri eingesetzt. Hier gilt es bei hoher Flexibilität auf die Arbeitssicherheit zu achten. Zur Verbindung der einzelnen Arbeitsebenen dienen Gerüsttürme, die zum Schutz gegen herabfallendes Material mit Folien eingehüllt wurden. -cv

Bautafel

Architekten: Oldrich Tyl, Josef Fuchs,
Rekonstruktion und Umbau: Mirsolv Masak und Kollektiv
Projektbeteiligte: Peri, Weißenhorn (Gerüste)
Bauherr: Stadt Prag
Fertigstellung: erstmals 1928, nach Umbau 1995 - derzeit Renovierung
Standort: Prag/CZ
Bildnachweis: Cordula Vielhauer, Berlin (1), Jonas Stürzebecher, Berlin (2+3)